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Eine Welt Stadt Berlin ist
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)

Über den Tellerrand: Berliner Schul- und Kantinenessen

Ob bei der Arbeit, in der Schule oder Zuhause. Jeder Mensch muss essen. Öffentliche Einrichtungen in Berlin – z.B. die Ämter, Universitäten, Bäderbetriebe oder Theater – beschaffen täglich Lebensmittel mit Steuer­geldern. Sie vergeben Verträge für die Schulverpflegung und subventionieren das Essen, sie verpachten landeseigene Immobi­lien an Kantinen und Cafés oder besorgen das Catering für den nächsten Empfang im Rathaus.

Beschafft werden die Lebensmittel für Schulen, Kitas und Kantinen öffentlicher Einrichtungen meist über europaweite Ausschreibungen. Schon längst muss es nicht mehr das billigste Angebot sein – Berlin kann auch soziale, ökologische und faire Kriterien berücksichtigen und damit Einfluss nehmen, ob das Essen aus Bio-Anbau, der Region und aus fairem Handel stammt.

Verbindlich festgeschrieben ist inzwischen der Anteil an Bio-Produkten im Schulmittagessen: 15 Prozent der verwendeten Lebensmittel müssen Bioqualität haben. Eine Untersuchung von 2016 hat ergeben, dass mittlerweile durchschnittlich 40 Prozent der Schulverpflegung in Bio-Qualität angeboten wird. Weitere Nachhaltigkeitskriterien spielen bisher keine Rolle.

Eine Studie der BER-Mitgliedsgruppe Christliche Initiative Romero hat allerdings herausgefunden, dass insbesondere faire Kriterien wie zum Beispiel die Arbeitsbedingungen der Hersteller*innen im Globalen Süden oder die Bezahlung der Kantinenkräfte in Berlin kaum eine Rolle spielen. Wenn, dann werden nur bestimmte Produkte wie Kaffee oder Tee aus fairem Handel beschafft.