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Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)
Informationsstelle Peru e.V., Berliner Gruppe
13.12.2016 18:30 - 20:00
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Gedenken an die Opfer des Massakers von El Frontón (Peru)

Die Berliner Gruppe der Informationsstelle Peru will sich aus Anlass des diesjährigen Internationalen Tages der Menschenrechte mit dem durch staatlichen Kräfte und von den höchsten staatlichen Repräsentanten initiierten Massaker auf der Gefängnisinsel Eö Frontón im Jahre 1986 auseinandersetzen und auch der (zum Teil gar nicht zur Guerilla gehörenden) Opfer gedenken.

Der interne Krieg zwischen der Guerrillagruppe Sendero Luminoso (und auch der MRTA) und dem peruanischen Staat hat nach Angaben der Wahrheits- und Versöhnungskommission (CVR) etwa 70.000 Menschenleben gekostet. Die meisten Opfer waren arme und kleinbäuerliche Menschen des andinen Hochlandes.

Aber auch ganz andere Menschen wurden Opfer und verloren ihr Leben: Als der damals 45-jährige Präsident Alán Garcia von der damals eher sozialdemokratischen APRA-Partei im Jahr 1986 sein Amt antrat, war die Hoffnung im Land groß, dass er den schwelenden Konflikt nicht nur mit Gegengewalt bekämpfen würde.

Aber im Juni 1986 kam es in drei Haftanstalten in Lima, in denen des Terrorismus Angeklagte einsaßen, zu Aufständen. Das Ergebnis war erschreckend und brutal: Über 200 Menschen kamen um, gezielt getötet durch Angehörige des Militärs und der Marine. Auf der Gefängnisinsel El Frontón kam es zu einem regelrechten Massaker an den Gefangenen, welches laut dem neugewählten Präsidenten angeblich zum Ziel hatte, „die Autorität des Staates wiederherzustellen“ und die Haftanstalten zu „militärischen Zonen“ zu erklären, in denen in Zukunft nicht mehr das Zivilrecht und die Menschenrechte gelten würden.

Bis heute ist dieses Massaker, das sich nun zum 30. Mal jährt, nicht juristisch aufgearbeitet, obwohl die CIDH (Lateinamerikanische Menschenrechtskommission) im Jahr 2000 den peruanischen Staat für schuldig erklärt hat für das Massaker und verantwortlich für die vollständige Aufklärung. Keiner der nachfolgenden Präsidenten hat diese auch von der CVR dringend geforderte Aufarbeitung bisher angestoßen.

Kontakt:
Informationsstelle Peru e.V.