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Eine Welt Stadt Berlin ist
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)
NARUD e.V.
04.11.2017 09:30 - 17:00
August Bebel Institut, Müllerstr. 163, 13353 Berlin (1. Stock)

NARUD-Fachtag 2017: Diaspora, Politik, Flucht, Migration

Nachhaltige Migrations- und Integrationspolitik kann das Thema Fluchtursachen nicht ausblenden. Es stellt sich die Frage, wie dazu Migrant_innen und ihre Organisationen sowohl in Deutschland als auch in afrikanischen Ländern mehr ins politische Geschehen eingebunden werden können. Auf dem NARUD Fachtag vertiefen wir die Debatte zwischen Expert_innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik. Alle Teilnehmenden sind eingeladen, mitzudiskutieren!

Programm NARUD-Fachtag 2017

 

Die Diaspora auf der Suche nach Wegen der politischen Einflussnahme" | 4. November 2017, 10-17 Uhr | August Bebel Institut, Müllerstr. 163, 13353 Berlin (1. Stock)

 

09.45 Uhr Empfang bei Kaffee und Gebäck

10.00 Uhr Begrüßung und Eröffnungsrede 
10.20 Uhr Input I: „Bedeutung der Diaspora in Deutschland und Europa für afrikanische Regierungen zur Bekämpfung 
von Fluchtursachen” (Botschafterin Guinea [angefragt])
10.40 Uhr Input II: „Beteiligung der afrikanischen Diaspora und Entwicklungszusammenarbeit und Migrationspolitik – 
Möglichkeiten, Absichten und Maßnahmen seitens Verwaltung und Politik” (Helin Evrim Sommer, MdB, Die Linke)
11.00 Uhr   Input III: „Ressourcen der Diaspora zur Mitwirkung an zukunftsfähigen politischen und sozialen Entscheidungsprozessen” 
(Hamidou Bouba, Zentralrat der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland)
11.20 Uhr    Input IV:  „Einschätzungen zur internationalen Politik nach Erfahrungen in der Seenotrettung“ (Stefan Dold, Ärzte ohne Grenzen)
11.40 Uhr    Input V:  „Anthropologie der Flucht - eine wissenschaftlich-philosophische Perspektive” (Prof. Dr. Jacob Mabe, TU Berlin)
12.00 Uhr   Frage und Diskussionsrunde 

13.00 Uhr   Mittagspause, afrikanisches Buffet mit veganem Angebot

14:00 Uhr    Parallel stattfindende Panels zu folgenden Themen
Thema 1: Synergien zwischen Migrant_innen, Willkommensinitiativen, Geflüchteten und öffentlicher Verwaltung zur Förderung von Integration und Reduktion von Fluchtursachen
(Maimouna Ouattara, Lokalkoordination Projekt samo.fa | Karen Taylor, SPD | Diana Henniges, Moabit hilft | Petra Becker, Back on Track e.V.
)
Thema 2: Das Koloniale Erbe und Fluchtursachen am Beispiel der Währung CFA-Franc
(Julian Pahlke, Jugend Rettet e.V. | Djimeli Fouofie, Aktivist | Idriss Tawat, Volkswirt)
Thema 3: Der aktuelle „Marshallplan ‘mit’ Afrika” im Blickwinkel von Flucht und Migration
(Abdoul Yacoubou, Koordination Projekt Move Hand in Hand | Dr. Fekadu Bekele, Entwicklungsökonom | Dr. Akuma Saningong, TU München)

15.30 Uhr  Kaffeepause

16.00 Uhr    Abschlussdiskussion 

 

Panels am Nachmittag - Details

 

Thema 1: Synergien zwischen Migrant_innen, Willkommens- und Geflüchteteninitiativen sowie der Verwaltung

 

  • Wo liegen mögliche Synergien von Diaspora, Geflüchteten- und Willkommensinitiativen zur Verbesserung der Lebensbedingungen in Berlin und weltweit? Wo liegen Potenziale Brach? Wie gelingt eine konstruktive Vernetzung?
  • Was bedarf es, damit alle drei Gruppierungen im Sinne der gemeinsamen Ziele mehr politisches Gewicht erhalten?
  • Wie können kommunale Akteure unter Einbindung von Geflüchteten und Migrant_innen in ihrer Arbeit globale Zusammenhänge berücksichtigen und wirkungsvoll umsetzen?
  • Welche politischen und zivilgesellschaftlichen Handlungsoptionen zur Begegnung von Fremdenfeindlichkeit und Ressentiments und zur Stärkung einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft sind denkbar?
Expert_innen: Maimouna Ouattara, Lokalkoordination Projekt samo.fa | Karen Taylor, SPD | Diana Henniges, Moabit hilft | Petra Becker, Back on Track e.V.

Thema 2: Das Koloniale Erbe und Fluchtursachen am Beispiel der Währung CFA

  • Wie sichern sich europäische Staaten und Akteure der Wirtschaft Macht über den globalen Süden?
  • In welchem Zusammenhang stehen die Internationalen Beziehungen mit den eigenen Vorannahmen und Vorbehalten über das was Afrika, oder “die Afrikaner” (im Gegensatz zu “den Europäern”) ausmacht?
  • Wie können neokoloniale Vorbedingungen der Entwicklungszusammenarbeit, etwa Paternalismus, überwunden werden, für wirkliche Verhältnisse “auf Augenhöhe”?
  • Wie kann der Einfluss migrantisch-diasporischer Organisationen in der Entwicklungspolitik gestärkt werden?
  • Was kann eine verstärkte Zusammenarbeit unter Ihnen auf europäische Ebene bewirken?

Expert_innen: Julian Pahlke, Jugend Rettet e.V. | Djimeli Fouofie, Aktivist | Idriss Tawat, Volkswirt

 

Thema 3: Der aktuelle „Marshallplan ‘mit’ Afrika” im Blickwinkel von Flucht und Migration

 

  • Fördert der Marshallplan eine kontinuierliche Verwirklichung der SDGs oder ist er mehr ein Mittel der Einflussnahme neben anderen Akteuren in Afrika wie z.B. China?
  • Wo wurden afrikanische Akteure (Diaspora & in Afrika) einbezogen und wie sind die Perspektiven für deren Mitgestaltung in der der näheren Zukunft?
  • Welche grundlegenden Fluchtursachen verspricht der Marshallplan zu beheben?

 

Expert_innen: Abdoul Yacoubou, Koordination Projekt Move Hand in Hand | Dr. Fekadu Bekele, Entwicklungsökonom | Dr. Akuma Saningong, TU München

 

Hintergründe zum NARUD Fachtag 2017

 

Auch nach Jahren mit den Themen Flucht und Migration in der öffentlichen Debatte sitzen viele Fehlkonzeptionen fest. Etwa wird verkannt, dass die allermeisten Fluchtbewegungen den europäischen Außengrenzen nicht einmal nahe kommen. Die Zahlen der Geflüchteten und Binnenvertriebenen stieg in den letzten Jahren steil an, dennoch ist Europa nicht das primäre Ziel dieser Menschen, noch übernimmt es die Hauptlast oder nimmt gar die meisten von ihnen auf. Nur ist dies verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit und Medien in Europa und Deutschland gerückt worden. Auch das Verständnis von Fluchtursachen und von Regionen, aus denen Flucht geschieht, ist Verzerrungen unterworfen: Sie werden reduziert auf einzelne, vorübergehende Konfliktsituationen und -gebiete; kurzfristige Lösungen scheinen möglich. Aus dem Diskurs ausgeblendet werden die globalen Ausbeutungsstrukturen, das Auftreten transnationaler Konzerne, die Klima-, Agrar- oder Rohstoffpolitik sowie Waffenexporte der Industrieländer, die unweigerlich zum Wegfall von Lebensgrundlagen für große Bevölkerungsteile führen.

 

Deutschland und Europa müssen sich ihrer historischen, politischen sowie ökonomischen (Mit-) Verantwortung stellen und Flucht und Migration als eine globale Aufgabe sehen, die nicht erst an den EU-Außengrenzen Handeln erfordert. Außerdem geschieht die Bewertung der Situation und Zukunft Afrikas noch zu sehr aus einer einseitigen Perspektive, anhand derer paradigmatisch nur europäische Errungenschaften als maßgeblich anerkannt werden. Allein eine Umbenennung von “Entwicklungshilfe” zu einer “Zusammenarbeit” ändert daran wenig.

 

Für die differenzierte Ein- und Wertschätzung von politischen und ökonomischen Strategien, die Orientierung zwischen den stilisierten Bildern sogenannter “verschiedener Kulturen”, sowie die Abstraktion von linearen – und aus der Nachhaltigkeitsperspektive einfach verfehlten – Entwicklungskonzepten, müssen Menschen transkultureller Lebenserfahrung zu Wort kommen: Migrant_innen, Geflüchtete, “Grenzgänger” – die Diaspora.

 

Als migrantische Organisation erleben wir momentan eine Neuausrichtung verschiedener afrikanischer Regierungen, dahingehend, dass die in Europa und Deutschland lebende Diaspora mehr als relevante Akteurin wahrgenommen wird. Wir wollen auch in Deutschland unter Geflüchteten und Migrant_innen das Bewusstsein über die eigenen besonderen Erfahrungs- Beziehungs- und Wissens-Ressourcen und damit einhergehende Verantwortungsübernahme fördern. Zum anderen bedarf es für eine gesteigerte Bereitschaft seitens Politik und Verwaltung, die Diaspora in Entscheidungsprozesse einzubinden, einer vertieften Debatte zwischen Expert_innen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und politischen Akteur_innen.

 

Diesen inhaltlichen und persönlichen Austausch wollen wir auf dem Fachtag realisieren. Nach mehreren Impulsbeiträgen sollen auch die Fachtags-Teilnehmer_innen in der Diskussionsrunde zu Wort kommen. Auch in den spezifischeren parallel stattfindenden Panels am Nachmittag ist Mitdiskutieren angesagt!

 

Auf bald -  mit solidarischen Grüßen!

 


 

Mesdames, Messieurs,

 

NARUD e.V. est une ONG africaine œuvrant depuis 10 ans pour l’intégration de la communauté africaine en Allemagne et pour le développement durable de l’Afrique à travers la promotion des forces endogène et l’établissement d'un partenariat Nord-Sud à hauteur de vue.

 

Dans ce cadre nous organisons le 04 Novembre 2017 un colloque sur le thème "Les causes de l'immigration – rôle de la diaspora et de la société civile"

 

L’Afrique est l’un des continents sur lequel les feux de l’actualité sont continuellement braqués depuis plusieurs décennies. Cette focalisation médiatique témoigne malheureusement d’avantage de l’existence de tragédies et de crises à répétition. Nous ne pouvons plus rester indifférent face aux images tragiques de naufrage en méditerranée. La jeunesse africaine se sent abandonnée à elle-même. La pauvreté économique, la misère et l’espoir d’un futur meilleur sont entre autres les facteurs qui incitent cette jeunesse à prendre des risques démesurés pour traverser la méditerranée qui de plus en plus devient un cimetière à ciel ouvert.

 

Dans la matinée, une séance plénière se déroule sur les sujets suivants:

 

  • L'importance de la diaspora en Allemagne et en Europe pour les gouvernements africains de lutter contre les causes de la fuite

  • Participation de la Diaspora africaine et politique de coopération au développement et politique migratoire - Possibilités, intentions et mesures de l’administration et politique

  • Ressources de la diaspora pour participer à des processus décisionnels politiques et sociaux

  • Évaluations de la politique internationale selon l'expérience du sauvetage marin

  • Anthropologie de la fuite - une perspective scientifique et philosophique

 

Après le déjeuner trois ateliers parallèles auront lieu:

 

  • Thème 1: Potentiel de coopération entre Diaspora, initiative d'accueil des réfugiés et l´administration.

  • Thème 2: L´héritage colonial et les causes de l'immigration à l'exemple du FCFA

  • Thème 3: Le plan Marshall allemand avec l’Afrique à l’heure de la migration

 

Le colloque a pour objectif d‘établir un dialogue constructif entre les participants afin de développer des idées qui fourniront une solution durable à la crise migratoire qui existe entre l’Afrique et l’Europe. Les acteurs de la société civile, Étudiants, Scientifiques et Multiplicateurs Allemands et de la communauté Africaine participeront à ce colloque.

 

Le colloque aura lieu le 04 Novembre 2017 de 10 à 16 Heure au 1. Etage à l’institut August Bebel (Müllerstr. 163, 13353 Berlin). Environ 70 participants y seront attendus. 

Pour s'inscrire contactez nous à l´adresse suivante: bildungsnetzwerk@narud.org ou +49 (0) 30 915 154 16

http://narud.org/index.php/projekte/fachtag

Kontakt:
Aziz Lamere
E-Mail:
Telefon:
+49 (0) 30 - 91 51 54 16