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Eine Welt Stadt Berlin ist
Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)
AfricAvenir International e.V.
13.10.2016 20:00 - 23:00
Centre Français de Berlin (Wedding), Müllerstrasse 74, 13349 Berlin

Ungleichheiten und zarte Kräfte:Filme des Reellen von A.Diop

Die Filmemacherin Alice Diop interessiert sich für die Randzonen der Gesellschaft. Ihr Kurzfilm „Vers la tendresse“ ergründet auf intime Weise die Liebeswelt von vier jungen Männern aus der Pariser Banlieue während „La permanence“ sich der Arbeit des medizinischen Bereitschaftsdienstes im Krankenhaus von Avicennes widmet, der als einziger im 1 Millionen Einwohner*innen Vorort Seine-Saint-Denis Untersuchungen ohne Voranmeldung für Personen in Not anbietet – meist neu angekommene und traumatisierte Migrant*innen.

„[Alice Diop] macht Filme wie „Updates“. Sie fördert die Dinge zu Tage, die im Allgemeinen unsichtbar bleiben und bringt das Land so in die Gegenwart. Wenn wir allzu sehr in der Welt von gestern verweilen, packt sie uns am Kragen und setzt uns an den richtigen Ort, im hier und jetzt. Die entscheidende Frage: Wie schaffen wir es, den Anderen zu sehen?“ Olivier Barlet, Africultures

Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Diskussion mit Emilia Roig statt. Moderation: Brigitta Kuster.

Die Regisseurin: Alice Diop
Geboren 1979 in Aulnay-sous-Bois (Frankreich), ist Alice Diop eher zufällig zum Dokumentarfilm gekommen. Es sei das Ergebnis einer glücklichen Begegnung mit einem Dokumentarfilm von Eliane de Latour, so die Filmemacherin, eine Begegnung bei der ihr zum ersten Mal die Kraft der im Dokumentarfilm vermittelten Botschaft bewusst wurde, sowie die Möglichkeit, den soziologischen Ansatz mit dem kinematografischen zu vereinen. In der Folge absolviert sie einen Master an der Fémis Filmschule und erhält ein Stipendium von der Lagardère Stiftung. Seit 2005 hat sie mehrere Dokumentarfilme gedreht, darunter „La tour du monde“, „Clichy pour l'exemple“, „Les Sénégalaises et la Sénégauloise“, „La mort de Danton“ (Bibilothekenpreis beim Festival du Réel in Paris, Hauptpreis beim Festival des bildungspolitischen Films), „La Permanence“ (Preis beim Cinéma du Réel Festival 2016), „Vers la tendresse“ (INA Preis und Publikumspreis Preis beim Film Festival in Créteil).

Alice Diop interessiert sich für das gesellschaftlich Ausgeblendete oder Unsichtbare, sie erzählt und veranschaulicht die Realität kultureller Vielfalt. Für sie ist es ein großes Glück, heute in Frankreich 35 Jahre alt zu sein und Dokumentarfilme machen zu können: „Was zurzeit vor sich geht, ist hochinteressant. Wir sind eine Generation, die aus diesen benachteiligten Vierteln kommt und wir haben uns die intellektuellen, produktiven und kreativen Instrumente angeeignet, um etwas hervorzubringen, was es so vorher noch nie gegeben hat – zumindest nicht aus der Perspektive der direkt betroffenen Menschen.“

Eine Veranstaltung von AfricAvenir in Kooperation mit *Generation Adefra*.

Die Filmreihe "African Reflections" wird gefördert von der Aktion Afrika vom Auswärtigen Amt, von Brot für die Welt und vom Katholischen Fonds.

Medienpartner: Africiné, Club der Freunde von RFI, Zentrum Moderner Orient, Humboldt Universität, Yedd e.V.

http://www.africavenir.org/event-details/cal/event/detail/2016/10/13/ungleichheiten_und_zarte_kraefte_filme_des_reellen_von_alice_diop_vers_la_tendresse_und_l-1/view-list%7Cpage_id-1.html