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Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)

Von Trommlern und Helfern

Beiträge zu einer nicht-rassistischen entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) (Hrsg.), 2012

Artikel zum freien Download aus der Broschüre

Die Broschüre ist ausverkauft. Die Nachfolgebroschüre Develop-mental Turn kannst Du hier bestellen.

"Von Trommlern und Helfern" war die erste von mittlerweile drei Broschüren, die der BER zum Thema Rassismus in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Projektarbeit herausgegeben hat. Sie erschien 2007 und ist ausverkauft. Einige Artikel sind in der zweiten Broschüre des BER (Develop-mental Turn, 2013) nachgedruckt. Auf dieser Seite kannst Du die Artikel der "Trommler-Broschüre" als PDF laden, die nicht in der Nachfolgebroschüre erschienen sind.

Weder die entwicklungspolitische Theorie noch die Praxis ist frei von stereotypen Bildern und Rassismen. Wie ist das Verhältnis der „Geber*in“ zur „Nehmer*in“, der „Helfer*in“ zur*zum „Hilfsbedürftigen“, der „Entwickelten“ zu den „Unterentwickelten“? „Von Trommlern und Helfern“ nimmt in erster Linie die entwicklungspolitischen Aktivitäten der Nichtregierungsorganisationen in den Blick.

Die Artikel der Broschüre regen zum Nachdenken an. Sie erheben keine Vorwürfe oder stellen sich mit dem moralischen Zeigefinger über die Praxis der vielen Engagierten. Sie sollen Lust machen, sich aktiv damit auseinanderzusetzen, wie rassistische Strukturen sich auch in den eigenen Projekten widerspiegeln – und wie sie überwunden werden können!

 

Inhaltsverzeichnis und Download von Artikeln

Grundlagen

  • EZ und institutioneller Rassismus: Eine Analyse der Erfahrungen mit der Entwicklungszusammenarbeit aus dem Süden (Jonah Gokova)

  • Ersatzdiskurse: Von „Stamm“ und „Rasse“ zu „Ethnie“ (Susan Arndt)

  • Rassismus und Entwicklungszusammenarbeit: Die westliche Sicht auf den Süden vom Kolonialismus bis heute (Aram Ziai)

  • „Das sind EZler, die kennen sich aus“: Fünf Fallen der Entwicklungszusammenarbeit in Sachen Rassismus (Prasad Reddy)

  • Mehr Fragen als Antworten: Interkulturell-antirassistische Trainings in entwicklungspolitischen Arbeitsfeldern (Birte Weiß)

  • Entwicklungspolitik im Zeichen der Millennium Development Goals: Eine antirassistische Perspektive auf die deutsche EZ (Daniel Bendix)

    Die MDG sind zur staatlich-entwicklungspolitischen Allzweckwaffe avanciert. Ohne die drei magischen Buchstaben kann kaum ein entwicklungspolitischer Förderantrag mehr auskommen. Dabei zeigen die Ziele auch, was unter „Entwicklungszusammenarbeit“ indirekt zu verstehen ist: die vermeintliche Rettung Afrikas, staatlich sanktionierte Bevölkerungspolitik und die Verhinderung von Migration – alles Vorhaben mit kolonialer und rassistischer Tradition und mit ungewisser Zukunft.

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  • Rassismus – Es war einmal ein k(l)eines Thema: Erfahrungen mit antirassistischen Projekten in der Entwicklungszusammenarbeit (Andreas Rosen)

 

Blicke und Sichtweisen

  • Schicken Sie Zukunft! Weiß- und Schwarzsein auf Plakaten von Hilfsorganisationen (Timo Kiesel und Carolin Philipp)

    Ulrich Wickert, Anne Will, Herbert Grönemeyer: Wer wer ist und was auf sich hält, gibt sein Gesicht gern für das Gute her – sein weißes Gesicht versteht sich. Die großen Hilfsorganisationen reproduzieren mit ihren Plakataktionen Schwarz- und Weißsein und die damit verbundenen Zuschreibungen.

    Die Autor/innen des Beitrags haben für die Recherche zum Dokumentarfilm „White Charity“ rund 80 Plakate der EZ-Spendenwerbung kritisch unter die Lupe genommen. Vier von ihnen werden im Folgenden beispielhaft analysiert.

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  • Das Wunder von Fern: Bildsprache in Produkten des Fairen Handels (Martina Backes)

    Viele fair gehandelte Produkte werden mit Bildern beworben, die die Lebensverhältnisse in den Erzeugerländern ästhetisieren und ethnisieren. Die freundlich lächelnde Kaffeepflückerin entspricht dabei mehr den Bedürfnissen der KonsumentInnen als der Realität. An einigen Beispielen wird hier gezeigt, wie solche Bilder Sehnsüchte der KonsumentInnen in der Ersten Welt befriedigen.

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  • Ausstieg aus der Überlegenheit: Erfahrungen mit Rassismus aus Sicht eines Geldgebers (Andreas Rosen)

 

Globales Lernen

  • Lernziel universale Weiß-Heit? Ein Plädoyer für die Integration einer rassismuskritischen Perspektive in das Globales Lernen (Christian Geißler-Jagodzinski)

    Einige Konzeptionen und Materialien des Globalen Lernens beinhalten Texte oder Methoden, die sich so auch in Materialien der rassismuskritischen Bildung finden könnten oder sogar finden lassen. In den meisten spielen dagegen Fragen von Rassismus beziehungsweise rassistisch motivierter Diskriminierung keine Rolle. Faktisch wäre die Verbindung von Globalem Lernen mit rassismuskritischen Perspektiven damit als „Kann“ jedoch nicht als „Soll“ zu bestimmen. Doch gibt es gute Gründe, warum diese Verbindung notwendig ist.

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  • Bereit für unseren Konsum: Exotismus und Rassismus in der Praxis des Globalen Lernens (Annette Kübler)

    Trommeln, trommeln und noch mal trommeln. Was im Globalen Lernen angeboten und nachgefragt wird, hat oft die Tendenz, stereotype Sichtweisen aufzubauen und zu verfestigen, anstatt zur Differenzierung beizutragen. Wie kommt das? Warum werden Materialien, die unsere Rolle in den Nord-Süd-Beziehungen kritisch reflektieren, selten genutzt, obwohl es sie schon seit Jahren gibt?

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  • Der blinde Fleck des Globalen Lernens? Eine rassismuskritische Betrachtung von Konzepten und Arbeitsmaterialien (Christian Geißler-Jagodzinski)

    Das Globale Lernen tritt mit einem hohen Anspruch an: Es will Kindern und Jugendlichen die Zusammenhänge in einer globalisierten Welt vermitteln und sie zu solidarischem Handeln in der „Einen Welt“ motivieren. Doch was sind die Ursachen für Ungleichheit, welche historischen Wurzeln gibt es? Wer über diese Themen spricht, kann und darf zu Rassismus und Kolonialismus eigentlich nicht schweigen. Eine rassismuskritische Analyse von Konzepten und Materialien des Globalen Lernens deckt jedoch schwere Mängel und Auslassung auf.

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Kultur

  • „Dann tanzen und trommeln sie eben“ Interview mit Olajide Akinyosoye, Schauspieler und Vorsitzender der Afrikanischen Union Hamburg

  • Fallstricke: Kultur-Events in der entwicklungspolitischen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit (Anke Schwarzer)

    Essen, Kleidung, Bräuche und Religion – das sind die typischen Stichworte, wenn es um das Thema Kultur geht. Das lässt sich zum Beispiel an den Themen der Workshopangebote im Rahmen des Globalen Lernens ablesen. Um diese reduzierte Sichtweise auf Kultur geht es hier weniger. Im Mittelpunkt stehen Kunst und Kultur im Sinne von musikalischen, literarischen, tänzerischen, bildnerischen Präsentationen. Im Kultur-Mainstream hierzulande haben es interkulturelle Präsentationen schwer, als Kunst anerkannt zu werden. Kunst und kulturelle Darbietungen von MigrantInnen spielen sich oft in einer Eine-Welt-Nische mit sozialpädagogischer Ausrichtung ab. Noch dazu bewegen sie sich gerne in einer exotisierten und folkloristischen Ecke. Die künstlerischen Werke und Darbietungen zu kontextualisieren, Auftrittsorte mit Bedacht zu wählen und gemeinsam mit den KünstlerInnen Events konzipieren – das sind die Herausforderungen für Eine-Welt-Initiativen.

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Partnerschaft

  • Das Gegenteil von gut ist gut gemeint: Rassismus in der Partnerschaftsarbeit (Luise Steinwachs)

    Auch die Partnerschaftsarbeit ist nicht frei von Rassismen. Doch gerade in der entwicklungspolitischen Szene ist es schwer, darüber zu reden: Man solle doch bitte nicht jenen Rassismus unterstellen, die mit ihren Projekten helfen wollen, wird abgewiegelt. Anhand einiger typischer Zitate wird im Folgenden verdeutlicht, dass die Sicht der Helfenden auf die Projektpartner manchmal mehr über sie, als über die Menschen und Zustände im Süden aussagt.

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  • EntwicklungshelferInnen in einer rassifizierten Gesellschaft: Einheimische Haushaltsangestellte in weißen Gated Communities in Guatemala (Sandra Körninger)

  • Schöne neue Welt – Fernweh und Projekttourismus: Gedanken zum Verhältnis des Nordens zum Süden (Andreas van Baiijen)

    Ungezählt sind die kleinen Hilfsprojekte in Deutschland, die Geld, Gegenstände oder Menschen in den Süden senden. Sie tun dies mit beeindruckendem Engagement, mit unterschiedlichen Zielen und auf unterschiedliche Weise. Sie alle verbindet: Statt einer Unterstützung der professionellen Arbeit der Hilfsorganisationen setzen die kleinen NRO auf das Persönliche, das Eigene. Hauptargument: Die Partnerschaftlichkeit der Projektbeziehung. Es lohnt sich, die Motivation für so viel persönliches Engagement genauer zu ergründen. Fragen wir uns danach, was wir eigentlich suchen und weshalb.

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