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Die Digitale Berlin

Globale (Un-)Gerechtigkeit der Digitalisierung

»Digitalisierung« – meist werden mit ihr Bilder und Erwartungen von großen Veränderungen verbunden, von Fortschritt, Revolution, Transformation, überall und aller Lebensbereiche. Sie gilt als Chance zur Lösung unzähliger Probleme in allen Lebensbereichen.

Jeder durch Digitalisierung beeinflusste oder verantwortete gesellschaftliche Wandel muss aber daran bewertet und entsprechend behandelt werden, ob und wie er zur Verringerung oder Verstärkung von Ungleichheiten innerhalb und zwischen Gesellschaften beiträgt, ob er mehr Teilhabe ermöglicht als ausschließt, ob er (globale) Krisen verstärkt oder abschwächt – hier vor Ort und weltweit, und bei jeder Sachfrage auf ein neues.

Die-Digitale-Berlin stellt in diesem Sinne positive wie negative Aspekte der Digitalisierung zur Diskussion und richtet den Fokus dabei auf die Nord-Süd Beziehungen, Globales Lernen und entwicklungspolitische Akteur*innen. Vor allem praxisnahe Zugänge stehen dabei im Vordergrund.

Infos, Austausch, Vernetzung und Diskussionen in verschiedenen Formaten zu:

  • Digitales Globales Lernen
  • Digitale Medien zur Vermittlung global-gerechter Themen
  • Digitalisierung als entwicklungspolitisches und global-gerechtes Thema
  • Digitale Infrastruktur für Vereine

Unser Ziel: Digitalisierung in einen globalen Kontext einbetten und die entwicklungspolitischen Akteur*innen als Teil der digitalen Zivilgesellschaft stärken.

Methodik 

Die Tagung findet auf einer Konferenzplattform statt, die es ermöglicht, dass die Teilnehmer*innen eigenständig und flexibel die Angebote nutzen, sich einbringen und in Austausch treten können.

In Diskussionen und Workshops möchten wir vielfältige Themen ansprechen. Die Inputs sollen explizit kurz gehalten werden, um ausreichend Raum für Diskussionen und praxisnahen Austausch zu ermöglichen (und um nicht zu ermüden) – getreu dem Motto: „Von der Phrase zur Praxis“.

Die Tagung findet überwiegend in deutscher Sprache statt. In zwei englischsprachigen Workshops werden Sprachmittler*innen zur Verfügung stehen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung und Zugang

Zur Anmeldung nutzt bitte das Tool im unteren Bereich der Seite. Wir senden Euch rechtzeitig die Zugangsdaten zu.

Bei Fragen wendet Euch bitte an digital@eineweltstadt.berlin.

Programm

Donnerstag, 12.11.2020

Auftaktpanel: Schöne neue digitale Welt

18:00 – 20:00 Uhr
mit Nora Hauptmann (betterplace-lab), Tarik Tesfu (Blogger, Aktivist) und Sven Hilbig (Brot für die Welt)
Überrollen, gleiten oder surfen? Die digitale Welle bricht über alle Akteur*innen hinein. Potenziale sind nicht von der Hand zu weisen: Internet als selbstorganisierter Raum, neue Tools, Vernetzung über Grenzen hinweg oder digitale „Entwicklungsprojekte“. Nora Hauptmann von betterplace-lab betont die Chancen für globale Gerechtigkeit durch die Digitalisierung.
Doch die schöne neue digitale Welt birgt auch Risiken: fehlende methodische Kenntnisse, Hate Speeches im Netz und Negierung der globalen Auswirkungen sind nur wenige Aspekte. Sven Hilbig, Referent bei Brot für die Welt, negiert nicht die Chancen, spricht aber von einem „Digital Dilemma“ in der Entwicklungspolitik 2.0.
Gleichzeitig werden Potentiale digitaler Medien für die politische Bildungs- und Kampagnenarbeit nur selten wahrgenommen, um Macht und Hegemonie zu entlarven. Man könnte überspitzt sagen, dass sich die entwicklungspolitische Szene nicht als Teil einer digitalen Zivilgesellschaft versteht. Welche Inputs können wir von externen Akteur*innen gewinnen? Tarik Tesfu ist Netz-Aktivist für Vielfalt, er ist „Feminist, Content Creator und Gutmensch“.

Freitag, 13.11.2020

Aufschlag: Digitalisierung und Nachhaltigkeit: Zwei Schlagworte, keine Kohärenz?

10:00 – 10:30 Uhr
„Nachhaltigkeit“ bestimmt die entwicklungspolitische Diskussion seit Jahrzehnten. Jetzt kommt die Digitalisierung dazu. Zwei breite und diffuse Begriffe und doch mit Ausstrahlung, Referenz und Relevanz. Wie kann man beides zusammendenken & -bringen? Wie kann Nachhaltigkeit digital erreicht werden? Und wie kann die Digitalisierung nachhaltig gestaltet werden? Über Klippen, Hürden und Brücken zwischen zwei (notwendigen) Entwicklungen.

mit Hendrik Zimmermann / Referent für Energiewendeforschung und Digitale Transformation (Germanwatch e.V. / Bits & Bäume)

10:30 – 10:45 Uhr   Pause

Zwischen Oktober und Dezember bieten das EPIZ und der BER weitere Qualifizierungsangebote an:

26.10.2020 | 10 – 13 Uhr
Globales Lernen als digitale Interaktions- und Kommunikationsform umgesetzt | Agentur sytop | Weitere Informationen folgen

17.11.2020 | 14 – 15:30 Uhr
Medien- und Urheberrecht für Vereine | Ingrid Yeboah (Rechtsanwältin) | Informationen hier

27.11.2020 | 10 – 13 Uhr
Themenwerkstatt Gemeinsame Bibiliothek im Global Village | Weitere Informationen folgen

02.12.2020 | 10 – 13 Uhr
Globales Lernen – machtkritisch und digital? | f3 Bildungskollektiv | online | Weitere Informationen folgen

Block 1: Globales Lernen und digitale Medien

10:45 – 11:30 Uhr
Potentiale und Grenzen von Virtual-Reality-Lernwelten für das Globale Lernen und eine BNE
Informationen folgen

11:30 – 11:45   Pause

11:45-12:30
Digital denken, sozial handeln – das Bildungsnetzwerk der HOOU
Lernen ist ein individueller Vorgang, der gleichwohl meist im Rahmen sozialer Interaktion von statten geht. Das Bildungsnetzwerk Hamburg Open Online University (HOOU) bietet mit ihrer Bildungsplattform hoou.de einen frei zugänglichen Ort für kollaboratives Lernen an. Sie kann als ein Beispiel dafür dienen, Wissensvermittlung im digitalen Zeitalter neu zu denken. Alexander Classen stellt sie vor.

12:30 – 13:30   Pause

13:30 – 14:15
Bildung: machtkritisch, global und digital? Geht das?
Wie funktioniert das Internet und woher kommt der Strom dafür? Wie nutzen Feminist*innen in Lateinamerika Social Media? Das F3_kollektiv stellt in dem Input die im Projekt #digital_global entwickelten machtkritischen Bildungsmaterialien zur Digitalisierung vor. Die Teilnehmer*innen haben in einer interaktiven Übung die Gelegenheit eines der Online-Tools direkt kennenzulernen.

14:15 – 14:30   Pause

14:30 – 15:15
Im Unterricht digitale Tools einsetzen?
Die COVID-19 Pandemie hat gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung für den Bildungssektor sein kann. Allerdings hat sie auch gerade in Deutschland deutlich gemacht, wie viel Nachholbedarf Schulen bei diesem Thema noch haben. Digitalisierung ist längst im Alltag angekommen, und es ist wichtig, dass wir im Bildungssektor nicht den Anschluss verlieren, sondern Wege finden, neue Lernmedien sinnvoll zu nutzen. In diesem Workshop von Rasmus Pechuel (Ingenious Knowledge) betrachten wir, was bereits jetzt einfach umsetzbar ist, was für Möglichkeiten Digitalisierung in Zukunft bietet und welche Rolle dabei Bildungspersonal und Lernende übernehmen.

15:15 – 15:30   Pause

15:30 – 16:15
Eine Bibliothek für marginalisiertes Wissen
In diesem Panel werden die Ergebnisse des ersten Teils des Zukunftsworkshops “Globothek” präsentiert und diskutiert. Alle sind eingeladen, hier mitzumachen und sich am Aufbau dieser einzigartigen digitalen Bibliothek zu beteiligen. Mit Michael Küppers-Adebisi von Afrotak TV cyberNomads.

Block 2: Digitale Medien zur Vermittlung

10:45 – 11:30 Uhr
Podcasts: Unterwegs auf die Ohren!
Podcasts erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, um komplizierte Zusammenhänge, aber auch tagesaktuelle Geschehnisse, zu transportieren. „Kompass Weltwirtschaft“ – so heißt der rohstoff-, handels- und verkehrspolitische Podcast von PowerShift, der seit knapp einem Jahr produziert wird. Erfahrungen im Konzipieren und in der Erarbeitung einzelner Sendungen sowie deren Ausstrahlung stellt Nico Beckert, verantwortlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei PowerShift, vor.

11:30 – 11:45   Pause

11:45 – 12:30
Videos across borders
Videos are complex in conception and production, but are becoming ever more important as a medium of education and international communication. The international film collective „Draufsicht“ produces political short films in Cameroon and Germany and uploads them to YouTube. Godlove Ayaba and Tilman Hurling, members of the editorial teams, talk about their experiences in production and distribution.

12:30 – 13:30   Pause

13:30 – 14:15
Digitale Kampagne: Fussball und Fallstricke
Im Sommer 2020 startete die bundesweite Kampagne #Sporthandeltfair, um mehr globale Gerechtigkeit im Sport einzufordern. Die Kampagne nutzt diverse soziale Medien, ging aber ohne viel Erfahrungen und Planung an den Start. Learning by doing – so die Devise. Praxisnahe Einblicke aus einer Kampagne ohne große Ressourcen, mit Fallstricken … und Erfolg gibt Michael Jopp, Berliner Promotor für Kommunale Entwicklungszusammenarbeit.

14:15 – 14:30   Pause

14:30 – 15:15
Aufklärung und Mobilisierung per Telegram
Der Messengerdienst Telegram erfreut sich hoher Beliebtheit bei Aktivist*innen. Die Möglichkeit durch Gruppen und „Kanäle“ relativ anonym Informationen auszutauschen und zu verbreiten machen ihn attraktiv für Vernetzungs-, Mobilisierungs- und Aufklärungsarbeit. Konrad Neuffer informiert über den Messenger, dessen Potential und effektive Einsatzmöglichkeiten. Er ist Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Digitalisierung beim Eine Welt Netzwerk Sachsen-Anhalt und betreibt selbst einen Telegram-Kanal.

15:15 – 15:30   Pause

15:30 – 16:15
Bildungsarbeit mit Instagram Stories
Instagram gibt es auch ohne uns. Michaela Zischek (agl e.V.) findet, es ist Zeit, dass wir uns dort lauter einmischen, unserer Stimme auch in neuen Kanälen Gehör verschaffen und in den Diskurs gehen. Ob Umfrage, Quiz, Erklärvideo, Liveberichterstattung – mit Instagram Stories ist vieles möglich. Wir schauen uns gute Beispiele an, die sich leicht auf unsere eigene Arbeit übertragen lassen.

Block 3: Digitalisierung als entwicklungspolitisches Thema

10:45 – 11:30 Uhr
Digitalisierung und das Lieferkettengesetz – eine Chance?
In der Diskussion um ein Lieferkettengesetz werden die Möglichkeiten digitaler Methoden zur Rückverfolgung von globalen Lieferketten und zur Überwachung der Einhaltung sozialer und ökologischer Standards bisher unzureichend betrachtet. Das BMZ und Unternehmen wie BMW und Continental jedoch forcieren den Ansatz. Worin aus zivilgesellschaftlicher Perspektive mögliche Probleme, aber auch Chancen digitaler Methoden bei der Umsetzung menschenrechtlicher Sorgfalt liegen, diskutiert Johannes Schorling, Berliner Promotor für zukunftsfähiges Wirtschaften bei INKOTA.

11:30 – 11:45   Pause

11:45-12:30
 „Internet global“: Potenziale und Einschränkungen
Das Internet trägt zu Selbstermächtigung bei und besitzt Mobilisierungspotenzial, aber autoritäre Regulierung steht dem zunehmend entgegen. Gibt es einen „Digital Shrinking Space“? Was sind die aktuellen Entwicklungen im globalen Internet und wie können Potenziale verteidigt werden? Der Verein Digitalcourage setzt sich für ungehinderte Kommunikation und Datenschutz ein und gibt einen Überblick.

12:30 – 13:30   Pause

13:30 – 14:15
Digital divide and women rights in Argentina: Two sides of one coin
Development organizations, companies and governments promote digital skills among women for gender equality. However, top-down approaches that do not take into account contextual conditions risk widening the gap. Bottom-up processes are more effective and are part of feminist struggles, emphasizes Solange Martinez Demarco of the University of Tübingen.

14:15 – 14:30   Pause

14:30 – 15:15
n.n.
Informationen folgen

15:15 – 15:30   Pause

15:30 – 16:15
Soft- und Hardwarestrukturen für kleine Vereine
Digitalisierung verlangt von Vereinen eine entsprechende Ausstattung mit Soft- und Hardware. Jedoch sind wir oftmals überfordert: welche freie Software eignet sich, welche Hardware ist notwendig für Serverstrukturen und Datenmanagement. Das Datenkollektiv aus Dresden arbeitet mit Vereinen zusammen und steht für Fragen und Antworten zur Verfügung.

Die-Digitale-Berlin ist eine gemeinsame Veranstaltung des Entwicklungspolitische Bildungs- und Informationszentrum e.V. (EPIZ) und dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag (BER) in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Eine Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e.V. (agl).

Kontakt

Die-Digitale-Berlin wird gefördert von der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe.

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