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Juni 2026

Die politische Ökonomie der Gewalt

09Jun18:0020:30Die politische Ökonomie der GewaltDokumentation über das Leben von Berta Cáceres und Gespräch zu den Hintergründen ihrer Ermordung18:00 - 20:30 VeranstalterFDCL Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika e.V.ThemenSonstiges, Transnationale Zusammenarbeit, WirtschaftFormatFilmvorführung, Informations-, Podiums- oder Diskussionsveranstaltung

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Flyer Veranstaltung Berta Cáceres 9. Juni 2026

Veranstaltungsbeschreibung

18:00 Uhr: Ausschnitt aus der Dokumentation „Water for Life“ über Berta Cáceres (OmenglUT)

18:30 Uhr: Gespräch mit Bertha Zúniga und Camilo Bermúdez (COPINH) sowie einem Videobeitrag der Menschenrechtsanwältin Roxanna Altholz (GIEI Honduras).

Eine Simultanverdolmetschung Deutsch – Spanisch wird angeboten.

Anschließend kolumbianische Arepas, kühle Getränke (beides gegen Spende) & Musik

Berta Cáceres war eine international bekannte indigene Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin. Als Leiterin des Zivilen Rates der Indigenen und Basisorganisationen von Honduras (Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras – COPINH) war sie das Gesicht des Widerstandes der Lenca-Gemeinden von Río Blanco gegen das Wasserkraftwerk „Agua Zarca“.

In der Nacht vom 2. auf den 3. März 2016 erschoss ein Killerkommando Berta in ihrem Haus. Vier Auftragsmörder und einige Mittelsmänner wurden drei Jahre später zu Haftstrafen verurteilt. Die Auftraggeber:innen blieben lange im Dunkeln. Anfang 2026 – fast 10 Jahre nach dem Mord – präsentierte die Interdisziplinäre Gruppe unabhängiger internationaler Expert*innen (Grupo Interdisciplinario de Expertxs Independientes – GIEI Honduras) einen 500-seitigen Bericht zu den Hintergründen: Sie legten Beweise für ein Mordkomplott vor, das Mitglieder der honduranischen Unternehmerfamilie Atala in Auftrag gaben. Staatliche Stellen wussten vorab davon, unternahmen aber nichts. Finanziell möglich wurde das Verbrechen durch Kredite von Entwicklungsbanken, wie der Zentralamerikanischen Bank für Wirtschaftsintegration (Central American Bank for Economic Integration – CABEI) und der niederländischen halbstaatlichen Entwicklungsbank FMO, die für Bestechung, illegalen Landkauf, Überwachung bis hin zur Bezahlung des Killerkommandos genutzt wurden.

Der Mord an Berta Cáceres war kein Einzelfall – er steht vielmehr beispielhaft für ein sich weltweit wiederholendes Muster und eine Vielzahl von Angriffen auf Menschenrechtsverteidiger:innen, indigene und kleinbäuerliche Gemeinden, die ihre Territorien, ihre Kultur und ihr selbstbestimmtes Leben verteidigen. Laut dem honduranischen Büro des UN-Hochsekretariats für Menschenrechte wurden 2024 284 Übergriffe gegen 319 Menschenrechts- und Umweltverteidiger:innen registriert. Darüber hinaus werden weiterhin ungenügend Präventionsmaßnahmen ergriffen, die die strukturellen Gewaltursachen anerkennen und bekämpfen.

Im Rahmen der Veranstaltung möchten wir die gekürzte Version des Films „Water for Life“ (2023, OmenglUT), in dem das Leben der honduranischen Umweltverteidigerin Berta Cáceres gewürdigt wird, zeigen. Im Anschluss sprechen wir über den anhaltenden Einsatz der Gemeinden vor Ort, die Details des GIEI-Berichtes, die Rolle der Entwicklungsbanken und die daraus resultierenden Konsequenzen mit:

Bertha Zúniga Cáceres, Koordinatorin des COPINH und Tochter der ermordeten Umweltverteidigerin Berta Cáceres. Sie setzt sich unermüdlich für die Aufklärung des Mordes an ihrer Mutter und die Verurteilung der Auftraggeber*innen und Financiers ein. Sie engagiert sich zudem für die Rechte der indigenen Lenca-Gemeinschaft und unterstützt in ihrer Funktion den Aufbau von Community-Radiosendern und anderen Projekten im Zusammenhang mit dem Zugang zu Bildung und Gesundheit für Lenca-Gemeinschaften.

Camilo Bermúdez, Mitglied der Leitung des COPINH und dort zuständig für strategische Prozessführung, insbesondere im Zusammenhang mit dem Mord an Berta Cáceres. COPINH hat Anzeigen gegen große internationale Finanzinstitute vorangetrieben, die mit extraktivistischen Projekten in Verbindung stehen, z.B. im Fall des Wasserkraftwerks Agua Zarca.

Mit einem Videobeitrag von Roxanna Altholz, Mitglied der GIEI, Menschenrechtsanwältin und Direktorin der Law Clinic der Berkeley School of Law, Kalifornien (USA)

Zeit

9.06.2026 18:00 - 20:30

Ort

Mehringhof

Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin

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Kontaktname

Steffi Wassermann

Kontakt E-Mail

steffi.wassermann@fdcl.org