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Fachtagung: Bildungsarbeit zu Kolonialismus und Verantwortung in Berliner Schulen

07Dez9:0014:00Fachtagung: Bildungsarbeit zu Kolonialismus und Verantwortung in Berliner SchulenFachinput von Prof. Maisha Auma "Bildung dekolonisieren", Podiumsdiskussion zu Möglichkeiten an Schulen, Workshops zur Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit 9:00 - 14:00 VeranstalterStiftung Nord-Süd-Brücken in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin und dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag

Veranstaltungsbeschreibung

Zur Heranführung an das Tagungsthema widmet sich ein Fachinput der Frage, weshalb die Thematisierung von Kolonialismus und seinen Kontinuitäten an Schulen wichtig ist. In der sich anschließenden Podiumsdiskussion werden die Bedingungen erläutert, die für eine gelungene Auseinandersetzung mit dem Thema an der Schule notwendig sind. Im dritten Teil werden in vertiefenden Workshops Ansätze zur Auseinandersetzung mit kolonialer Vergangenheit und deren Ausprägungen in der Gegenwart aufgezeigt und gemeinsam Ideen für die konkrete Umsetzung im Unterricht sowie für die Stärkung der Thematik in der Schule als Ganzes entwickelt.

Programm:

Ab 8:30 Uhr Anmeldung und Kaffee

9:00 Uhr Begrüßung und Einführung in den Tag
Cora Steckel (Stiftung Nord-Süd-Brücken), Dr. Martin Brendebach (Berliner Senatsverwaltung für
Bildung, Jugend und Familie), Sylvia Werther (Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V.)

9:20 – 9:40 Uhr Fachinput
Bildung dekolonisieren!
Prof. Maisha M. Auma (Gastprofessorin für Intersektionale Diversitätsstudien am Zentrum für Frauen-
und Geschlechterforschung (ZIFG) der Technischen Universität Berlin)

Der Impulsvortrag zielt auf eine kolonialismuskritische Perspektivierung von Bildung, die Erläuterung von dekolonialer Kritik und Dekolonialität sowie die Skizzierung von Potentialen für den Entwurf und für die Institutionalisierung einer ‚Dekolonialen Kompetenz‘.

9:40 – 10:20 Uhr Podiumsdiskussion
Wie gelingt die Auseinandersetzung mit Kolonialismus und seinen Kontinuitäten
im Unterricht und der Schule als Ganzes?

• Prof. Maisha M. Auma (Gastprofessorin für Intersektionale Diversitätsstudien am Zentrum für
Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG) der Technischen Universität Berlin)
• Mauricio Pereyra (Promotor für Globales Lernen beim Entwicklungspolitischen Bildungs- und Infor-
mationszentrum e.V. – EPIZ)
• Clara Debour (Lehrkraft der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli)
• Sara Sohrabi (Schülerin und Aktive der Intersectional Student Union der Nelson-Mandela-Schule,
Staatliche Internationale Schule Berlin)

10:20 – 10:40 Uhr Pause

10:40 – 12:10 Uhr Bildungswerkstatt – 3 Parallele Workshops
Workshop 1: connecting the dots – Zeitstrahlmethode

Tahir Della (Promotor für diasporische Perspektiven in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit beim
Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland Bund e.V.)
Viele in der Öffentlichkeit vorherrschende historische Narrative weisen unzählige Leerstellen auf. Viele Geschichten, die wichtig für die Gestaltung unserer Gegenwart und die Vorstellung möglicher Zukunft sind, wurden noch gar nicht geschrieben. Um diese Leerstellen ansatzweise zu füllen, haben wir in dem eLearning Tool connecting the dots zahlreiche aufschlussreiche Zitate von Menschen aus vielen Epochen, Erdteilen und mit vielfältigen gesellschaftlichen Perspektiven (in Bezug auf Klasse, Geschlecht, Sexualität und Rassifizierung) gesammelt. Diese unterschiedlichen Sichtweisen der Zeitstrahlzitate stellen Ressourcen für uns dar, die wir mit unseren eigenen Erfahrungen, Gedanken und Ideen verbinden können. Einige Perspektiven können uns entmutigen, weil Probleme, die wir noch heute überkommen wollen, vielleicht schon scheinbar erfolglos vor Jahrhunderten von sozialen Bewegungen kritisiert wurden. Einige Perspektiven können uns aber auch ermutigen, weil sie unsere Gegenwart in neuem Licht und veränderbar erscheinen lassen.

Workshop 2: Projektkurs Why we matter
Tobias Nolte (Lehrkraft der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli)

Im WPU-Kurs „Why we matter“ beschäftigen wir uns in den Jahrgängen 9 und 10 mit verschiedenen Aspekten von Diskriminierung. Im ersten Schuljahr steht das Thema Rassismus im Zentrum, im zweiten Sexismus, Gender und Klassismus. Unsere Schüler*innen setzen sich in Jahrgang 9 zunächst mit der Geschichte des Rassismus auseinander, sie beschäftigen sich mit Sklaverei, Kolonialismus, Rassentheorien, Holocaust und Samudaripen. In der Folge geht es um die Frage, wie rassistisch unsere gegenwärtige Gesellschaft ist. Hier sprechen wir über antimuslimischen Rassismus, den NSU, Utøya, Christchurch, Hanau, Halle, aber auch über die AfD, racial profiling, Verschwörungstheorien, diskriminierungssensible Sprache und das Busfahren in Südneukölln. Basis für die Beschäftigung mit diesen schwierigen Themen ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Migrationsgeschichte, eigenen Diskriminierungserfahrungen und der den Kurs durchziehende Empowermentansatz. Ziel des Workshops ist es, den Kurs in seiner intersektionalen Konzeption und anhand seiner didaktisch-methodischen Umsetzung vorzustellen.

Workshop 3: Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus
N.N. (Initiative Perspektivwechsel e.V.)

„Auf den Spuren des Widerstands gegen Rassismus“ ist ein Bildungsprojekt, das für Anti-Schwarzen Rassismus als Vermächtnis deutscher Kolonialgeschichte sensibilisiert und junge Menschen ermutigt, sich antirassistisch zu positionieren. Über die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Strategien des Antikolonialen Widerstands werden Diskussionen zu Privilegien, Machtverhältnissen und demokratischer Teilhabe angestoßen. Im Workshop stellen wir Methoden und Materialien für die Verwendung im Unterricht vor. Wir diskutieren über die Frage, wie es möglich ist, bei der Thematisierung kolonialer Geschichte direkte Anknüpfungspunkte zur Lebensrealität von Schüler*innen herzustellen und präsentieren unser digitales Lernangebot „Zwischen Petition und Rebellion“.

12:10 – 12:45 Uhr Mittagspause

12:45 – 13:30 Uhr Bildungsmesse & Geführte Tour
Bildungsangebote für Schulen zu Kolonialismus und kolonialen Kontinuitäten von:

• Afrika Medien Zentrum e.V.
• Entwicklungspolitisches Bildungs- und Informationszentrum e. V. in Kooperation mit dem Haus Bastian –
Zentrum für kulturelle Bildung der Staatlichen Museen zu Berlin
• Intersectional Student Union der Nelson-Mandela-Schule
• pen paper peace e.V.
• Bildung trifft Entwicklung (BtE) Berlin Brandenburg
• grenzgänge Bildung im Stadt-Raum e.V.

13:30 – 13:45 Uhr Schlaglichter aus der Bildungswerkstatt & von der Bildungsmesse

13:45 – 14:00 Uhr Zusammenfassung des Tages und Verabschiedung

Bitte melden Sie sich für unsere Planung verbindlich an bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken bis
28.11.2022 unter: c.steckel@nord-sued-bruecken.de (bitte auch die Lehrkräfte). Die Teilnahme
ist kostenlos. Bitte teilen Sie uns zudem den Workshop (1.-3.) mit, an dem Sie gerne teilnehmen
möchten.

Bei der Fachtagung handelt es sich um eine anerkannte Fortbildung für Lehrkräfte im Rahmen des Fortbildungsangebotes für das pädagogische Personal Berlins. Teilnehmende Lehrkräfte erhalten nach vorheriger Registrierung auf dem Portal der Fortbildung Berlin von dort eine Teilnahmebestätigung -> Hinweise zur Lehrkräfte-Registrierung s. unten. Das Workshop-Angebot der Fachtagung ist besonders für Lehrkräfte von weiterführenden Schulen geeignet. Die Fachtagung ist zudem für Interessierte geöffnet.

Im Jahr 2019 hat das Land Berlin beschlossen, seine koloniale Vergangenheit aufzuarbeiten. Dazu gehört auch, dass der Umgang mit dem Kolonialismus und seinen Folgen im schulischen Kontext diskriminierungsfrei und multiperspektivisch bearbeitet wird. Dafür stellt die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie seit 2020 Mittel für außerschulische Bildungspartner*innen zur Verfügung.

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Zeit

(Mittwoch) 9:00 - 14:00

Ort

Haus der Demokratie und Menschenrechte

Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

Kontaktname

Cora Steckel bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken

Kontakt E-Mail

c.steckel@nord-sued-bruecken.de

Kontakt Telefonnummer

030-42 85 14 87