Digitalisierung mit Haltung

Digitale Souveränität fördern
Berlin gilt als internationale Start-up-Stadt: digitale Infrastruktur wird für die Stadt immer wichtiger. Es gibt bereits eine wachsende Szene von kleinen IT-Dienstleister*innen, Genossenschaften und Agenturen, die mit offenen Technologien arbeiten und gemeinwohlorientierte Ansätze verfolgen.
Viele Berliner Vereine, Initiativen und Kleinunternehmen bleiben jedoch im Alltag stark von wenigen, profitorientierten Digitalanbietern wie Microsoft, Google oder Apple abhängig.
Das Problem: Alternative Angebote werden bisher kaum gefördert. Lokale IT-Dienstleister mit Open-Source-Angeboten können sich gegen große Plattformanbieter kaum durchsetzen, obwohl ihre Lösungen nachhaltiger und datenschutzfreundlicher sind. Ihre Angebote wiederum in zivilgesellschaftliche Arbeitsstrukturen einzuführen braucht Ressourcen und Kompetenzen, die kleine NGOs und Vereine haben.
Das führt dazu, dass zivilgesellschaftliche Organisationen wenig Kontrolle über ihre digitalen Arbeitsweisen haben. Die Zusammenarbeit zwischen Gruppen wird dadurch erschwert, dass verschiedene Systeme oft nicht kompatibel sind. Gleichzeitig fließt Geld für Software an große, meist US-amerikanische Konzerne, statt die lokale Wirtschaft zu stärken. Und es besteht kaum Transparenz darüber, was mit sensiblen Daten passiert.
Die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe kann gezielt offene und nachhaltige Digitalisierung priorisieren.
Dafür fordern wir konkret ein mehrjähriges Förderprogramm „Digital souveränes Berlin“ – um lokale digitale Infrastruktur aufzubauen und kleineren Organisationen zu ermöglichen, auf diese umzustellen – durch Schulungen und Beratung, Prozessbegleitung für die Migration und gemeinsame Plattformen für die Zusammenarbeit.
So gewinnt Berlin die Kontrolle über zentrale digitale Infrastrukturen und stärkt die zivilgesellschaftliche Souveränität.