Peter Fuchs

Promotor für Klima- und Ressourcengerechtigkeit

Ich bin Promotor, weil …

… Berlin mehr für Klima- und Ressourcengerechtigkeit tun kann. Wir müssen aus der Kohle und der Autoabhängigkeit aussteigen. Eine klimafreundliche Energieversorgung und eine Verkehrswende auf Berlins Straßen verbessert die Situation hier und für die Menschen im Globalen Süden. Und das Radfahren macht dann auch viel mehr Spaß!

Thema: Klima- und Ressourcengerechtigkeit
Mitarbeiter bei PowerShift e.V.
peter.fuchs@power-shift.de, Telefon: 0177 – 633 4900

Worum geht es bei meiner Arbeit?

Ohne Klima- und Ressourcengerechtigkeit überheizen wir den Planeten. Und wir verprassen seine Ressourcen. Insbesondere in Entwicklungsländern kommen dabei Teilhabe- und Menschenrechte jetziger und zukünftiger Generationen unter die Räder. Mit der Energiewende hat immerhin ein Prozess zu einer zukunftsfähigeren Energieversorgung begonnen – wenn auch zu langsam.

Anders beim Verkehr: Er benötigt Fläche, verbraucht Energie und Rohstoffe, belastet Luft und Klima. Ferner macht er krank und tötet, in Berlin – aber indirekt auch in anderen Ländern. Die Klimagas-Emissionen des Verkehrs steigen weiter an  – trotz Pariser Klimaabkommen und drastischer Reduktionsziele der Bundesregierung. Ein Hauptproblem: Der Motorisierte Individualverkehr (MIV) per Auto. Allein in Berlin gibt es rund 1,2 Millionen PKW, Tendenz weiter steigend. Doch es ändert sich etwas: Klimapolitischer Druck, Diesel- und Betrugsskandale, die technologische Transformation bei den Antrieben hin zur Elektromobilität, der Konkurrenzdruck aus China und Kalifornien, die Digitalisierung und sich wandelnde Mobilitätsmuster öffnen plötzlich das lange vernagelte Fenster hin zu einer Verkehrswende.

Scheinbare Lösungen wie dem Austausch des Antriebssystems vom Verbrenner zum Elektroauto haften eigene, neue Probleme an: Die Elektromobilität benötigt zwar insgesamt weniger und andere Rohstoffe. Aber sie wird auch zu viel höheren Bedarfen an Lithium, Seltenen Erden, Kobalt, Platin, Kupfer, Graphit und anderen Rohstoffen führen. Diese Rohstoffe werden unter oft dramatisch schlechten ökologischen, menschenrechtlichen und sozialen Bedingungen außerhalb der EU, zumeist in Entwicklungsländern gewonnen.

Es braucht also nicht nur einfach eine technische Lösung, sondern eine wirkliche Mobilitätswende. Metropolen wie Berlin spielen dabei eine Schlüsselrolle. Hier kann sich urbane Mobilität zum Guten wandeln. Dafür werde ich kämpfen und Berlin aus dem Auto-Stau befreien. Natürlich geht dies nur gemeinsam mit vielen anderen verkehrs-, umwelt- und entwicklungspolitischen Akteuren aus der Zivilgesellschaft, Politik, Wirtschaft, Medien und Wissenschaft.

Beispiele aus meiner Arbeit

September 2019/2020: Entwicklungspolitische Infoparkplätze

Im Umfeld des Globalen Klimastreiks am 20.09.2019 und zur Aktionswoche „Autofrei und Spaß dabei“ koordinierte ich zusammen mit dem Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag e.V., PowerShift e.V., KATE e.V. Berlin und dem Bündnis Temporäre Spielstraßen die weltweit ersten entwicklungspolitischen Info-Parkplätze. Wir informierten über Klimagerechtigkeit, Rohstoffprobleme der Automobilität und über lokale Ansätze für eine Verkehrswende. Parkplätze und Straßenkreuzugnen wurden an diesen Tagen von Anwohnenden und Initiativen in kleine Parks umgewandelt.  Es gab unterhaltsame Kultur- und Bildungsaktivitäten für Kinder und Erwachsene – und man konnte praktisch erleben, wie vormals ‚autogerechte‘ Verkehrsflächen in der Eine Welt Stadt Berlin anders genutzt werden könnten.

Mai 2019/September 2020: Entwicklungspolitische Fahrradtouren

1,2 Millionen PKW sind in Berlin zugelassen – Tendenz steigend. Doch Berlin will weg von der Autostadt und hin zu zukunftsfähiger möglichst klimaneutraler Mobilität. Im Mai 2019 und erneut im September 2020 habe ich zu diesem Thema die ersten entwicklungs- und verkehrspolitischen Fahrradtouren Berlins organisiert. Die Teilnehmer*innen machten an verkehrspolitisch interessanten Orten Halt. Verschiedene Referent*innen aus der Zivilgesellschaft, vom Land Berlin sowie Unternehmensvertreter*innen der Mobilitätsbranche hielten informative Kurzvorträge und standen für Fragen zur Verfügung. So ging es mal um den enormen Rohstoffbedarf und CO₂ -Ausstoß von Autos, mal um umweltfreundliche Alternativen wie Sharingdienste und mal um die Umgestaltung Berliner Straßenräume mittels sicherer Radwege. Die erste gemeinsame Tour endete mit einem öko-fairen Empfang bei einem Lastenradunternehmen in Berlin-Kreuzberg.

seit November 2019: Entwicklungs- und Mobilitätsinitiativen im „Bündnis Berliner Straßen für alle“

Seit Anfang 2019 koordinierte ich regelmässige Treffen und die Vernetzung zwischen Berliner Entwicklungs-, Umwelt- und Mobilitätsinitiativen. Im November 2019 präsentierten wir öffentlich unsere Vorschläge für eine autoreduzierte, klima- und menschenfreundliche Verkehrsentwicklung in der Hauptstadt.
Unter dem Namen ‚Bündnis Berliner Straßen für alle!‘ agieren wir seither als breites Netzwerk in der Öffentlichkeit und gegenüber politischen Entscheidungsträgern. Wir machen Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Und wir bringen konkrete, fachlich fundierte Vorschläge in die Landespolitik ein. So haben wir uns u.a. für eine Fortentwicklung des Berliner Mobilitätsgesetzes im Sinne von Flächengerechtigkeit und klimafreundlicher, sicherer Straßengestaltung eingesetzt. Unser gemeinsames Ziel: Weniger Autos – mehr globale Gerechtigkeit.

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