Tahir Della

Promotor für Postkolonialismus und Antirassismus

Ich bin Promotor, weil …

… die koloniale Geschichte Deutschlands aufgearbeitet werden muss. Ich möchte dazu beitragen, dass Berlin seiner historischen Verantwortung gerecht wird. Das ist die Voraussetzung, um Rassismus und Ausgrenzung in Deutschland abzubauen.

Thema: Dekolonisierung
Mitarbeiter bei Initiative Schwarzer Menschen in Deutschland Bund e.V.
tahirdella@isdonline.de

Telefon: 030/209 89 146

Worum geht es bei meiner Arbeit?

Über Koloniale Spuren aufzuklären, sie sichtbar zu machen und zu dekonstruieren ist ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit und damit trage ich bei zu einem gesellschaftlichen Miteinander, das dringend gebraucht wird und unabdingbar ist für eine demokratische und den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft.

Beispiele aus meiner Arbeit

2020 ist der Startpunkt zwei zentraler Projekte im Zusammenhang der Berliner bzw. deutschen Kolonialgeschichte und ihrer Wirksamkeiten bis in die Gegenwart. An beiden Projekte habe ich als Promotor mitgearbeitet.

August 2020: M* Straßenfest und und Umbenennung der M*-Straße

Anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Versklavungshandel und an seine Abschaffung veranstaltet das Bündnis Decolonize Berlin das mittlerweile 15. Umbenennungsfest für die Berliner M*straße.
Seit Jahren fordern zahlreiche Schwarze, afrikanische und solidarische Organisationen in Berlin und bundesweit, dass der Straßenname mit der diskriminierenden Fremdbezeichnung verschwindet und durch den Namen einer Persönlichkeit des afrikanischen Widerstands gegen Kolonialismus, Rassismus und Versklavung ersetzt wird.

2020 beschloss der Berliner Senat die Umbenennung der M* Straße in Anton-Wilhelm-Amo Straße.

seit September 2020: „Hörspaziergang zurückERZÄHLT“

Es werden Geschichten der 106 Schwarzen Kinder, Frauen und Männer am Karpfenteich im Sommer 1896 erzählt. Sie waren die Darsteller:innen der ersten Deutschen Kolonialausstellung im Rahmen der großen Gewerbeausstellung im Treptower Park. „Angeworben“ von der Reichsregierung und den Kolonialbehörden in den von den Deutschen kolonisierten Gebieten kamen sie nach Berlin und mussten dort einen Sommer lang die koloniale Inszenierung der Ausstellungsmacher:innen performen. Ihr Leben am Karpfenteich war aber nicht nur von dem rassistischen Blick des Publikums und der pseudowissenschaftlichen Forschung des Ethnologen Felix von Luschan geprägt, sondern auch von den vielen kleinen und großen Akten des Widerstands. Sie wehrten sich mit Humor und kollektiver Verweigerung.

>> Zum Hörspaziergang

Decolonize Berlin: Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzept

Der neu gegründete Verein Decolonize Berlin koordiniert das vom Land Berlin 2019 beschlossene gesamtstädtische Aufarbeitungs- und Erinnerungskonzept (DS 18/1788). Mit Landesmitteln wird die Koordinierungsstelle die Partizipation aller beteiligten Akteur*innen aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und städtischen Institutionen rund um die Erarbeitung eines solchen Konzeptes und seiner Maßnahmen organisieren: Die Städtepartnerschaft mit der namibischen Hauptstadt Windhoek muss mit Leben gefüllt werden. Ein Aufarbeitungskonzept muss alle relevanten Politikfelder (Kultur, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt, Anti-Distriminierung) in den Blick nehmen.

Der Verein Decolonize Berlin besteht zurzeit aus AfricAvenir International, AFROTAK TV cyberNomads, Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag – BER, FuturAfrik, glokal sowie der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland und stützt sich auf die ehrenamtliche Arbeit eines Netzwerks von ca. 100 Einzelpersonen.

Am 15. Januar 2020 fand die Kick-Off-Veranstaltung des Bündnisses mit über 100 Teilnehmer*innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung statt.

>>>Zur Dokumentation der Kick-Off-Veranstaltung am 15. Januar 2020

September 2020: Zukunftskonferenz „Gemeinsam Berlin dekolonisieren“

Die Zukunftskonferenz des Bündnisses „Decolonize Berlin“ hat als zweitätige, analoge und digitale Tagung  in Berlin stattgefunden. Dabei wurde das Format World-Café angewendet. In den Themenräumen Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, Erinnerung und Erzählung, sowie Stadtgesellschaft und Kommunale Internationale Zusammenarbeit wurden weitere konkrete Maßnahmen und Forderungen für das gesamtstädtische Konzept erarbeitet. Darüber hinaus wurde der Austausch der Teilnehmenden durch Paneldiskussionen mit Vertreter*innen aus der Politik und der Zivilgesellschaft vertieft. Hier wurde gemeinsam über die Chancen und Herausforderungen für das gesamtstädtische Konzept zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit Berlins aus den verschiedenen Perspektiven diskutiert und Möglichkeiten erörtert, wie das Community Wissen und Wissen der People of African Descent (PAD) sowie zivilgesellschaftliche Perspektiven noch stärker in der Mehrheitsgesellschaft, bei der Verwaltung und in der Politik verankert werden können.

2016: Stadt neu lesen – Dossier zu kolonialen und rassistischen Straßennamen in Berlin

Das vom Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag in Kooperation mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD-Bund) und Berlin Postkolonial herausgegebene Dossier zu kolonialen und rassistischen Straßennamen stellt ein weiteren Marker in der Sichtbarmachung kolonialer Spuren im öffentlichen Raum dar. Aufzuklären, sichtbar zu machen und zu dekonstruieren dieser Spuren sind ein wesentlicher Bestandteil der zum gesellschaftlichen Miteinander dringend gebraucht werden und unabdingbar sind für eine demokratische und den Menschenrechten verpflichtete Gesellschaft.

>>> Zum Dossier Stadt neu lesen

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