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24/7 – BER-Konferenz

Berlin Global Gerecht – Gemeinsam die Stadt verändern

Freitag, 20. September 2024, 9-18 Uhr im Berlin Global Village

24/7 – Der BER und seine Mitglieder arbeiten seit Jahren und rund um die Uhr gemeinsam an der Vision der Eine Welt Stadt Berlin, einer global gerechten, antirassistischen und nachhaltigen Stadt. Uns leitet die Frage: Wie verändern wir gemeinsam unsere Stadt? Mit dieser Frage engagieren wir uns für eine Entwicklungspolitik, die gemeinsam mit Akteur*innen in der Stadt, globale Ungerechtigkeiten, die durch Rassismus, Kapitalismus, Patriarchat und Kolonialismus geprägt sind, abbauen möchte.

Wir möchten Sie einladen, mit uns gemeinsam Strategien für eine transformierte Stadt zu diskutieren und sich von guten Beispielen und Bündnissen aus der Praxis inspirieren zu lassen. Unser Anspruch ist es – 24 Stunden lang an sieben Tagen in der Woche – globale Gerechtigkeit mitzudenken und Basisdemokratie, Dekolonisierung, faire Ökonomie und Süd-Nord-Partnerschaften in der Stadtgesellschaft zu stärken.

In der Konferenz wollen wir in zwei Fachpanels diskutieren und in unterschiedlichen Workshopformaten Ideen für die Praxis gewinnen, Bündnisse stärken und Wissen teilen.

Das folgende Programm wird fortlaufend aktualisiert.

9:00 – 9:30: Ankommen und Registrierung
9:45 – 11:30: Panel 1 Sozial-ökologischen Wandel der Städte global gerecht gestalten
Diskussion mit Prof. Dr. Antje Bruns (Universität Trier), Oumarou Mfoviche (Konzeptwerk Neue Ökonomie) und Leona Pröpper (Watch Indonesia!)

Wie kann Berlin zu einer Postwachstumsstadt und internationale Zusammenarbeit global gerecht gestaltet werden – ohne, dass dies zu Lasten des Globalen Südens geht?
Mehr Infos zum Panel 1

Sozial-ökologischen Wandel der Städte global gerecht gestalten (Schwerpunkte: Faire Ökonomien und Partnerschaften)

Metropolen sind Orte mit riesigem Ressourcenverbrauch und gleichzeitig Orte, wo Visionen und Utopien erprobt werden, die sich global verbreiten. In Berlin gibt es eine Vielzahl von gemeinschaftlichen Ökonomiebetrieben als Inseln der alternativen Produktion und des Konsums. Dazu gehören Betriebsformen der Gemeinwohlökonomie, der solidarischen Landwirtschaft, der Genossenschaften und der Commons-Bewegung. Globale Gerechtigkeit wird innerhalb dieser sozial-ökologischen Transformationsbewegungen höchstens auf ideeler Ebene berücksichtigt.

Auch wenn Dekolonisierung als Werkzeug für Postwachstum mitgedacht wird, diskutieren BIPOC- Dekolonisierungsakteur*innen in Berlin und die vorwiegend weißen Akteur*innen häufig getrennt voneinander. Was schränkt die Verbindung zwischen Postwachstum und Dekolonisierungspraxis ein?

Zudem sind die Forderungen von diasporischen Gruppen im Globalen Norden und sozialen Bewegungen im Globalen Süden wenig sichtbar. Dazu gehört bspw. die Forderung nach Reparationszahlungen oder auch der Wunsch nach einem Umdenken in der Schuldenpolitik. Dabei gibt es viele internationale Partnerschaften zwischen NGOs, gesellschaftlichen Akteur*innen und dem Land Berlin selbst. Können neben offiziellen Städtepartnerschaften auch Kiezpartnerschaften oder Partnerschaften zwischen Nachbarschaftshäusern aufgebaut werden? Können Initiativen aus der solidarischen Landwirtschaft über bestehende Städtepartnerschaften in einen Erfahrungsaustausch mit dem Globalen Süden gehen?

Wie kann Berlin zu einer Postwachstumsstadt und als internationaler Städtepartner global gerecht gestaltet werden?

11:30 – 13:00: Workshops und andere Angebote
Workshop 1: Dekolonisierung und sozial-ökologische Transformation in Jakarta, Mexiko-Stadt und Windhoek

                                      

Veranstalter: Afrikarat Berlin-Brandenburg, Mexico vía Berlin, Watch Indonesia!

Mit Gästen der Partnerorganisationen Namibia Institute for Democracy (Windhoek), Casa Tochán (Mexico-City) und Wahana Lingkungan Hidup Indonesia – WALHI (Jakarta)

Die Städte Jakarta, Mexiko-Stadt und Windhoek sind sehr verschieden und sind dennoch mit einer Reihe ähnlicher Herausforderungen, wie Klimawandelfolgen, Urbanisierung und kolonialen Kontinuitäten, konfrontiert. Auch eint sie, dass alle drei eine Städtepartnerschaft mit Berlin haben. In dem Rahmen bauen seit 2024 zivilgesellschaftliche Akteur*innen in den drei Städten und in Berlin Netzwerke auf, um lokale Lösungen für globale Herausforderungen zu erarbeiten.

Der Workshop dient dem Austausch über zivilgesellschaftliche Ansätze in den Feldern sozial-ökologische Transformation und urbane Dekolonisierung in den drei Städten und den Möglichkeiten städtepartnerschaftlicher Zusammenarbeit.

Infos zum zivilgesellschaftlichen Modellprojekt

Workshop 2: Translokale und transkulturelle Nachbarschaftsräume – Wie gestalte ich Gemeinwesenarbeit global gerecht?

Veranstalter: Nachbarschaftshaus am Körnerpark

Ort: folgt

Menschen in den Kiezen Berlins bringen häufig vielfältige Identitäten, kulturelle Zugehörigkeiten und soziale Praktiken mit, die nicht immer wahrgenommen werden. Auch die Verbindungen zu ihren Herkunftsländern und ihren vielfältigen sozialen Beziehungen über nationalstaatliche Landesgrenzen hinweg bilden die Realität vieler Menschen, die zu Diasporagemeinschaften gehören; und welche für Außenstehende nicht immer sichtbar sind. Diese Unsichtbarkeit beruht oft auf monokulturellen (weiß geprägten) Voraussetzungen.

Wir möchten darüber diskutieren, wie dies verändert werden kann und welche Rolle dabei der Gemeinwesenarbeit zukommt: Wie können wir die Arbeitspraxis in lokalen Foren wie Nachbarschaftshäusern, Mehrgenerationenhäusern, religiöse Gemeindehäuser und anderen Formen von Nachbarschaftstreffs verändern, sodass translokale und globale Themen stärker berücksichtigt werden und dadurch einen Perspektivwechsel erreicht wird?

Unser Gesprächsforum richtet sich vorrangig an Mitarbeitende in der Gemeinwesenarbeit in den lokalen Sozialräumen. Wir möchten mit Euch ins Gespräch kommen, um Themen rund um globale Gerechtigkeit im Kiez zu reflektieren.

Workshop 3: Empowerment mit Spoken Word (Teil 1)

Veranstalter:
Initiative Perspektivwechsel e.V                                             

Der Workshop wird nachmittags fortgesetzt.

Der Workshop richtet sich an Afrodiaspora/Menschen afrikanischer Abstammung.

Sprache ist Macht. Und Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen empowert! Gemeinsam wollen wir uns austauschen über unseren Platz in der Stadt. Wie bewegen wir uns als Schwarze Personen in der Stadt? Welche Community-Räume besuchen wir? Was macht uns stark?

Mit Spoken Word, einer Mischung aus Poesie, Rap und Performance wollen wir uns auf Spurensuche machen und herausfinden was uns guttut in Berlin und welche Gewohnheiten und Realitäten wir lieber hinter uns lassen wollen.

Workshop 4: Förderungsmöglichkeiten für entwicklungspolitische Projekte

Veranstalter: Stiftung Nord-Süd-Brücken

Ihr seid ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Sitz in Ostdeutschland oder Berlin? Ihr möchtet mit Eurer Partnerorganisation im Globalen Süden ein entwicklungspolitisches Projekt durchführen? Dann seid Ihr bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken genau richtig, denn wir leiten im Rahmen des EZ Kleinprojektefonds (EZ KPF) Fördermittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an ostdeutsche und Berliner e.V. weiter und bieten vielfältige Beratungs- und Qualifizierungsangebote an. 

Vielleicht geht es auch um ein Projekt, dass in Berlin oder Ostdeutschland umgesetzt wird? Auch für entwicklungspolitische Projekte der Inlandsarbeit gibt es mehrere Förderprogramme bei der Stiftung. Beispielhaft möchten wir uns mit Euch den BIKO-Fonds und das NRO-Förderprogramm der LEZ anschauen.

In diesem Seminar wollen wir mit Euch sprechen, welche Fördermöglichkeiten Eurer Projektideen es bei der Stiftung Nord-Süd-Brücken geben könnte. Dabei könnt Ihr in Gruppen Eure Projektideen skizzieren und wir überlegen, ob und in welchem Förderprogramm der Stiftung diese finanzierbar ist.

Workshop 5: Einfach nichts tun! Facilitation in der entwicklungspolitischen Arbeit

24/7 global, gerecht, antirassistisch, nachhaltig und … erschöpft? Wie schaffen wir es gleichzeitig produktiv, gemeinsam und dennoch mit Freude zu arbeiten, ohne auszubrennen?

In diesem Workshop wird auf Ansatz, Haltung und Herangehensweise des Begleitens (Facilitation) gruppendynamischer Prozesse eingegangen. Wie können wir Aspekte von dem Ansatz für unsere Arbeit nutzen? Was können wir von Facilitation für unsere tägliche Arbeit ableiten?

Nach einem Impuls wird zu Austausch mit Praxisbezug eingeladen.

Eine Kurz-Vorstellung des BER-Angebots handlungsorientierende Beratung zur Organisationsentwicklung schließt den Workshop ab.

Workshop 6: (re)searching urbanity. Was passiert, wenn wir uns vernetzen?

Veranstalter: researching urbanity

2022 kamen Berliner Studierende verschiedener Fachrichtungen zusammen, um zu überlegen, wie man einen Raum außerhalb des akademischen Kontexts eröffnen kann, in dem Forschungsergebnisse präsentiert und Interessierte an Stadtpolitik zusammengebracht werden können. Was passiert, wenn sich Aktivist*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, die sich mit queer-feministischen, dekolonialen und antirassistischen Stadtpraktiken auseinandersetzen, zusammentun? Aus diesen Überlegungen entstand das Symposium (re)searching urbanity in der Floating University, bei dem im August 2023 insgesamt 300 Besucher*innen an knapp 30 Veranstaltungen zur kritischen Stadtforschung teilnahmen. Wir möchten uns vorstellen und mit Euch ins Gespräch kommen.

13:00 – 14:00: Mittagspause
14:00 – 15:30: Panel 2: Machtkritik und Ko-Produktion als Grundlage der Transformation der Stadt (Schwerpunkte: Demokratie, Inklusion, Dekolonisierung, Beteiligung)

Mit Saraya Gomis, Niloujar Tajeri, Tahera Ameer und Renée Eloundou

Mehr Infos zum Panel 2

Machtkritik und Ko-Produktion als Grundlage der Transformation der Stadt (Schwerpunkte: Demokratie, Inklusion, Dekolonisierung, Beteiligung)

In Berlin haben antirassistische und postkoloniale Initiativen einige Erfolge erzielt und trotzdem braucht es weitere Strategien dekolonialer Stadtpolitik. Für den BER ist Dekolonisierung eine Querschnittsaufgabe in allen entwicklungspolitischen Themenfeldern, weil dekoloniale Ansätze die Basis einer global gerechten Grundhaltung bilden. Auf der Konferenz werden sie als eigenständiges Themenfeld bearbeitet und in den anderen Themen als Querschnitt berücksichtigt. Können wir damit das Verständnis für den Zusammenhang zwischen Rassismus und Kapitalismus schärfen? Wie können wir die Instrumentalisierung der Dekolonisierungsarbeit und Widerstände dagegen entgegentreten? Bei Dekolonisierung geht esauch darum, wer im Zentrum und wer in der Peripherie verortet wird. Wie wird das für und in Berlin, aber auch für die Brandenburger Regionen beantwortet?

Aus der Zivilgesellschaft und politischen Bewegungen wird der Ruf laut, die Stadt jenseits eines professionalisierten Politikbetriebs demokratischer zu gestalten. Steigende Mieten und beschränkter öffentlicher Raum, Barrieren für Beteiligung und Ausschlüsse von sozialen Sicherungssystemen, erhöhtes Verkehrsaufkommen und Überhitzung der Städte sind Probleme, an deren Lösung sich die Zivilgesellschaft beteiligen möchte. Welche Formen der lokalen Demokratien sind möglich ohne nationale Narrative zu stärken? Neuer Munizipalismus, Ko-Produktion und andere basisdemokratische Formate eröffnen Räume für die Zivilgesellschaft – auch mit globaler Perspektive und mit einer dekolonialen Praxis? Wie kann Teilhabe diskriminierungskritischer, inklusiver, breiter und vielfältiger werden?

15:30 – 17:30: Workshops und andere Angebote
Workshop 1: Newcomer Frauen* als Multiplikator*innen für feministische Entwicklungspolitik

Veranstalterinnen: United Action Women and Girls e.V. und Halle 36 

In einem Best Practice Format teilen Newcomer Frauen* ihre Erfahrungen und diskutieren aus nicht-weißer Perspektive, was intersektionaler Feminismus bedeutet und welche Rolle Self-Empowerment dabei spielt. Was bedeutet feministische Solidarität zwischen Städten und ländlichen Regionen in diesem Kontext und mit unterschiedlichen Erfahrungen als Frauen*? Welche Rückschlüsse lassen sich dabei für eine feministische entwicklungspolitische Inlandsarbeit ziehen?

Workshop 2: Berlins Rohstoffverbrauch – global gerecht?

Veranstalter: inkota-Netzwerk, Eine Welt-Promotor*innen-Programm Berlin

Berlins hoher Verbrauch an metallischen Rohstoffen ist global ungerecht. Beim Abbau von Metallen wie Lithium, Gold oder Kobalt werden Menschenrechte im Globalen Süden verletzt und die Umwelt zerstört. Ist die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft die Lösung?

Die Veranstaltung informiert zunächst anhand der Ausstellung Rohstoffwende grundlegend über die Probleme im Rohstoffsektor und mögliche Lösungen für eine Kreislaufwirtschaft. Anschließend tauschen wir uns mit Berliner Initiativen aus, die in verschiedenen Bereichen an einer zirkulären Stadt arbeiten. Eingeladen sind:

  • Zero-Waste-Agentur
  • Circular Berlin
  • Concular Berlin

Gemeinsam wollen wir diskutieren, wie eine Transformation zur Kreislaufwirtschaft in Berlin aussehen muss, damit sie zu mehr globaler Gerechtigkeit beiträgt.

Workshop 3: Empowerment mit Spoken Word (Teil 2)

Veranstalter: Initiative Perspektivwechsel e.V.

Fortsetzung des Workshops vom Vormittag.

Der Workshop richtet sich an Afrodiaspora/Menschen afrikanischer Abstammung.

Sprache ist Macht. Und Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen empowert! Gemeinsam wollen wir uns austauschen über unseren Platz in der Stadt. Wie bewegen wir uns als Schwarze Personen in der Stadt? Welche Community-Räume besuchen wir? Was macht uns stark?

Mit Spoken Word, einer Mischung aus Poesie, Rap und Performance wollen wir uns auf Spurensuche machen und herausfinden was uns guttut in Berlin und welche Gewohnheiten und Realitäten wir lieber hinter uns lassen wollen.

Workshop 4: Stadtpolitik global gerecht gestalten: wie bauen wir gemeinsam faire Kommunen auf?

Veranstalter: Afrikarat Berlin- Brandenburg e.V., Bezirksamt Lichtenberg von Berlin, Bezirksamt Berlin Mitte

Der Workshop lädt zu einer offenen Diskussion über praktische Gestaltungsmöglichkeiten global gerechter Kommunen ein. Wir möchten gemeinsam mit Euch den Rahmen für faire Ökonomien, die global verantwortliche Ausgestaltung von Nord-Süd Städtepartnerschaften sowie die Ausweitung der demokratischen Teilhabe in der Stadtpolitik reflektieren.

Nach einem kurzen Input über die Bedeutung der Kommunen für die Bewältigung der multiplen globalen Krisen unserer Zeit, sollen gemeinsam in Kleingruppen an einzelnen Themen gearbeitet werden. Das Ziel des Workshops ist erste Konturen eines global gerechten Berlins aufzuzeichnen. Die Ergebnisse des Workshops können sich dann in zukünftigen gemeinsamen Prozessen zu einem neuen demokratischen Horizont verdichten.

Workshop 5: Schwarz-weiße Bündnisarbeit für einen gesamtstädtischen Dekolonisierungsprozess

Veranstalter: Decolonize Berlin e.V.


Wie kann Schwarz-weiße Bündnisarbeit aussehen, um solidarisch Dekolonisierungsprozesse anzustoßen?

Die Koordinierungsstelle bei Decolonize Berlin hat mit Hilfe eines breiten Partizipationsprozesses Maßnahmen und politische Forderungen formuliert, um Dekolonisierungsprozesse in Berlin anzustoßen und zivilgesellschaftliche Perspektiven und Bedarfe sichtbar zu machen. Die Ergebnisse basieren auf den Erfahrungen und Forderungen der Betroffenen, die seit Jahrhunderten auf lokaler und globaler Ebene gegen koloniale Fremdherrschaft und Unterdrückung kämpfen.

Die Arbeit der Koordinierungsstelle deckt viele Themen ab – in diesem Workshop geht es beispielhaft um die Gestaltung des öffentlichen Raums und Repatriierungen von ancestral remains (menschliche Gebeine) aus kolonialen Kontexten.

Wir arbeiten gemeinsam heraus wie Schwarze Perspektiven zentriert werden und als Ausgangspunkt dienen für eine solidarische Bündnisarbeit.

Workshop 6: Migrantische Basisarbeit: Erfahrungsaustausch ausgehend von der Kampagne „Anmeldung für Alle“

Veranstalter: Ciudad Migrante

In Format eines „World-Cafés“ wollen wir uns mit anderen Organisationen austauschen und dabei anhand von Beispielen aus unserer Praxis mit den anderen ins Gespräch kommen. Wir möchten uns über die Geschichte, den Inhalt und die Ziele der Kampagne „Anmeldung für Alle“ austauschen, sowie über die politischen Grundsätze, die uns sowohl bei der Kampagne als auch allgemein bei Ciudad Migrante leiten. Schließlich wollen wir die Bündnisarbeit im Rahmen der Kampagne und Möglichkeiten der Zusammenarbeit vorstellen.

In drei thematischen Tischrunden eröffnen wir den Gesprächsraum zu folgenden Themen 1) Selbstorganisation und Basisarbeit (Unser Input: Entstehung der AfA), 2) Problemanalyse: Zugang zu Grundrechten für Migrant*innen und Forderungen an den Staat (Unser Input: AfA-Forderungen), 3) Bündnisarbeit (Unser Input: AfA heute und Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Rahmen der Kampagne). Am Ende kommen alle Tische zusammen und sammeln die Ergebnisse in einer Abschlussdiskussion.

Ziel ist, die politischen Grundsätze anderer Organisationen im Themenfeld Recht auf Stadt und migrantischer Selbstorganisation kennenzulernen und Wege der Zusammenarbeit zu finden

Workshop 7: Connecting the Dots – Geschichte(n) von Unterdrückung und Widerstand in Berlin

Veranstalter: glokal e.V. und ISD-Bund e.V.               

                                        

In der hegemonialen Geschichtsschreibung gibt es unzählige Leerstellen. Viele Geschichten, die wichtig für die Gestaltung unserer Gegenwart und die Vorstellung möglicher Zukunft sind, wurden noch gar nicht geschrieben.

Um diese Leerstellen ansatzweise zu füllen haben wir in dem eLearning Tool connecting the dots (www.connecting-the-dots.org) zahlreiche aufschlussreiche Zitate von Menschen aus vielen Epochen, Erdteilen und mit vielfältigen gesellschaftlichen Perspektiven (in Bezug auf Klasse, Geschlecht, Sexualität und Rassifizierung) gesammelt.

In dem Workshop werden wir anhand der Zitate von Menschen, nach denen Straßen in Berlin umbenannt wurden und zukünftig umbenannt werden (May Ayim und Anton Wilhelm Amo) sowie Zitaten von Menschen, nach denen früher Straßen benannt wurden (Gustav Nachtigal und Carl Peters), Perspektiven auf Macht und Unterdrückung, Widerstand und Befreiung vorstellen.

Es ist ein Einführungsworkshop in die von glokal entwickelte Zeitstrahlmethode und das dazugehörigen E-Learning Tool ‘Connecting the dots‘  an. Die Teilnehmer*innen lernen historische Zusammenhänge kennen und können dieses auch selbst in ihrer Bildungsarbeit anwenden: “Die Arbeit mit einem postkolonialen Zeitstrahl ermöglicht es einerseits, marginalisiertes historisches Wissen zu vermitteln und dadurch diesen Perspektiven eine Öffentlichkeit zu schaffen. Andererseits lernen die Teilnehmer*innen durch diese Multiperspektivität die Vielfältigkeit und Konstruiertheit von Welt und Wissen kennen. Die Zitate überraschen, schaffen Irritationen, hinterfragen Denkmuster, empowern“ (aus der glokal-Publikation  2017: Connecting the Dots: Lernen aus Geschichte(n) zu Unterdrückung und Widerstand).

Damit führt der Workshop in die Zeitstrahlmethode ein, stellt die zur Verfügung stehenden Arbeitsmaterialien vor und bietet Raum für Reflexion und Austausch über die Anwendungsmöglichkeiten sowie die Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Empowerment, Rassismussensibilisierung, Entwicklungszusammenarbeit, Geschichtsunterricht, Stadtgeschichte).

ab 17:30: Gemeinsamer Abschluss

Abendveranstaltungen
18:00 – 19:00: Führung 1 durch das Kindl-Areal – Dem Markt entzogen und dem Gemeinwohl verschreiben

   

Veranstalter: TRNSFRM eG und Vollgut eG

Das Kindl-Areal ist ein Ort in Berlin-Neukölln, der  Projekte beherbergt, in dem Kunst und Kultur, zivilgesellschaftliches Engagement und soziale Angebote angesiedelt sind. Der Boden wurde im Erbbaurecht an Akteure vergeben und kann nicht veräußert werden, damit wurde das gesamte Areal dem Spekulationsmarkt entzogen. Zudem ermöglicht dies die Integration von gemeinwohlorientierten Angeboten dauerhaft ins Stadtzentrum, ohne dass diese von zu starken Mietpreissteiggerungen an den Rand der Stadt verdrängt werden.

Lernt bei unserer thematischen Führung, in der zunächst ein kurzer Input über alternative Bodenpolitik gegeben wird, die Projekte und Angebote auf dem Areal kennen. Vertieft stellen wir die Pläne für das VOLLGUT-Gebäude vor.

Nach der ersten Phase dieser Führung ist es möglich das Berlin Global Village kennenzulernen, dessen Führung dann von 19 Uhr bis 19.30 geht. Treffpunkt ist dann direkt am Haupteingang.

19:00 – 19:30: Führung 2 durch das Berlin Global Village – Zivilgesellschaftliches Engagement im Zentrum Berlins

Veranstalter: Berlin Global Village gGmbH

Wir möchten Euch gerne durch das Berlin Global Village (BGV) führen. Als Teil des Kindl-Areals hat die Zivilgesellschaft hier im Zentrum der Stadt einen Ort für politisches und soziales Engagement geschaffen. Inzwischen sind in den beiden Gebäuden mehr als 50 Organisationen aktiv. Das BGV befindet sich in einer Eigentümergemeinschaft, bei der migrantische Selbstorganisationen beteiligt sind und stellt somit ein Vorbild für das Teilen von Macht, Ressourcen und Verantwortung von weiß geprägten NGO-Strukturen mit der migrantisch-diasporischen Stadtgesellschaft dar. Welche Akteur*innen beteiligt sind, wie dieser Ort geschaffen wurde, welche Angebote genutzt werden können und wie alles funktioniert, erfahrt Ihr in unserer kurzen Führung.

ab 18:00: Ausklang, Snacken, Schnacken, Tanzen im Kubata bei Afrika Yetu im Erdgeschoss des Berlin Global Village

     

Anmeldung

Ab Juni ist die Anmeldung möglich

Anfahrt

Das Berlin Global Village befindet auf dem Areal der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin Neukölln und ist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar (U7 Rathaus Neukölln, U8 Boddinstraße sowie Bushaltestelle Morusstraße).

Die nächstgelegenen Parkplätze stehen im Parkhaus PARK ONE in der Rollbergstrasse zur Verfügung.

Barrieren

Die Räumlichkeiten sind stufenlos im Erdgeschoss und die Seminarräume in beiden Bauten über einen Aufzug erreichbar.

Barrierearme Toilettenräume stehen auf der zweiten und vierten Etage im Neubau zur Verfügung. Vor dem Haus befinden sich 4 Parkplätze für körperlich eingeschränkte Menschen.

Foto-Policy

Bei der Veranstaltung werden Fotos gemacht, die für die Öffentlichkeitsarbeit des BER verwendet werden. Wer nicht fotografiert werden möchte, kann das bei der Anmeldung anmerken.

Übersetzung

Die Paneldiskussionen werden deutsch-englisch übersetzt. Die meisten Workshops finden auf deutsch statt, außer es wird in der einzelnen Workshop-Beschreibung anders angegeben.

Braver Space

coming soon…

Awareness

Awareness ist ein Konzept, das sich gegen jede Form von Diskriminierung, Gewalt und Grenzverletzungen stellt. Verletzendes und grenzüberschreitendes Verhalten, wie z.B. sexistische, rassistische, homo-, transphobe, ableistische oder vergleichbare Übergriffe, werden auf der Tagung nicht toleriert. Betroffene werden im Sinne des Empowerments gestärkt und aktiv darin unterstützt, eigene Handlungsstrategien im Umgang mit Diskriminierung zu entwickeln.

Dafür gibt es ein sensibilisiertes Awareness-Team auf der Tagung. Ihr erreicht das Team an der Anmeldung im Foyer.

Kinderbetreuung

Es wird die Möglichkeit einer Kinderbetreuung geben. Dies muss bei der Anmeldung angegeben werden.

Kinderschutz

Der Schutz von Kindern bei der Tagung liegt in der Verantwortung der Veranstalter*innen und aller Teilnehmer*innen. Für Kinder und Jugendliche soll die Tagung ein sicherer Ort sein, sicher vor Diskriminierungen und möglicher Gewalt in allen Formen. Dem strukturellen Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenen und Kindern möchten wir durch eine Kultur der Aufmerksamkeit gegenüber den Rechten und Interessen von Kindern entgegenwirken.

Catering

Es wird ein vegetarisches Mittagessen der Firma Pan Africa geben: vegetarisch und ohne Gluten.

Die Tagung findet statt mit finanzieller Unterstützung der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit und von Engagement Global mit Mitteln des BMZ. Für die Inhalte der Aktivitäten ist allein die bezuschusste Institution verantwortlich. Die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe oder des BMZ wider.