Umfragen

Umfrage zu Aufarbeitung des Kolonialismus in Berlin (2021)

Berliner*innen wünschen sich mehr Aufarbeitung des deutschen Kolonialismus

Die Mehrheit der Berliner*innen spricht sich für eine Auseinandersetzung mit den Verbrechen des deutschen Kolonialismus in der Öffentlichkeit und Schule aus. Dazu zählt die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Kolonialismus (55%), die verpflichtende Behandlung im Schulunterricht (76%) und eine stärkere finanzielle Förderung für Bildungsprojekte zum Thema (53%). Mehr Infos

Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Umfrage „Aufarbeitung des Kolonialismus in Berlin“, die der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER) gemeinsam mit dem Bündnis Decolonize Berlin anlässlich des Internationalen Tages der Erinnerung an den Versklavungshandel und seine Abschaffung am 23. August 2021 veröffentlicht hat.

„Die Umfrage zeigt, wie wichtig den Berliner*innen die Aufarbeitung des Kolonialismus in Berlin ist. Derzeit klären Schulen zu wenig dazu auf und aus diesem Grund muss das Land Berlin dekoloniale Bildungsprojekte und Globales Lernen viel stärker fördern“, sagt BER-Sprecher Narcisse Djakam vom Integritude e.V.

„Seit langem wird ein zentrales Mahnmal für die Opfer von Kolonialismus, Versklavung und rassistischer Gewalt von Schwarzen und afrikanischen Vereinen gefordert. Jetzt solidarisiert sich auch die Mehrheit der Berliner*innen mit dieser Forderung. Das Land Berlin muss handeln“, so Michael Küppers-Adebisi, für die Gruppe AFROTAK TV CyberNomads im Vorstand von Decolonize Berlin.

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Umfrage zu Klimagerechtigkeit und politische Bildungsarbeit in Berlin (2020)

Berliner*innen fordern mehr Maßnahmen für Klimaschutz – das Land Berlin trägt Verantwortung für Klimaschäden im Globalen Süden

Nur ein Drittel der Berliner (36%) ist zufrieden mit den Berliner Maßnahmen für den Klimaschutz. Die Hälfte der Befragten (50%) findet, das Land Berlin unternimmt zu wenig für den Klimaschutz. Die Verantwortung des Landes Berlin für Klimaschäden in Ländern des Globalen Südens bewerten 61% der Berliner*innen als groß oder sehr groß. Bei den jüngeren Berliner*innen (unter 40 Jahre) sind es sogar fast drei Viertel der Befragten. Die jüngeren Berliner*innen sind es auch, die mehrheitlich möchten (48% dafür, 42% dagegen), dass die Pop-Up-Radwege über die Corona-Pandemie hinaus beibehalten werden.

Insbesondere Berliner*innen mit niedrigem Bildungsniveau sind besorgt darüber, dass durch die Corona-Pandemie die politische Bildungsarbeit in Berlin längerfristig leidet.

Zu diesen Ergebnissen kommt die repräsentative Studie “Klimagerechtigkeit in Berlin“, die das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap im Auftrag des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER) durchführte (April 2020).

„Corona vergrößert Ungleichheiten – auch im Berliner Bildungswesen. Mit entwicklungspolitischer Bildungsarbeit muss jetzt gegengesteuert werden“, so Eléonore Bekamenga, Vorstandssprecherin des Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlags (BER) für den Verein Nkul Beti.

„Die Berliner*innen sehen eine besondere Verantwortung von Städten wie Berlin für die Bewältigung von Klimaschäden im Globalen Süden. Sie sind aufgefordert, die Klimaschutzanstrengungen im Rahmen von Städtepartnerschaften mit Kommunen im Globalen Süden zu verstärken“, so Alexander Schudy, Geschäftsführer BER.

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>>>Detailauswertung der Umfrage
>>>Pressemitteilung zur Umfrage

Umfrage zu Fairem Wirtschaften in Berlin (2019)

Große Unterstützung für faires Wirtschaften in Berlin

96 Prozent der Berliner*innen finden es sehr wichtig oder wichtig, dass in Berlin fair produziert und gehandelt wird. 88 Prozent der Berliner*innen wollen, dass das Land Berlin nur Produkte kauft, die unter fairen Produktions-und Arbeitsbedingungen hergestellt wurden, auch wenn das mehr kostet. Zwei Drittel der Befragten wollen, dass das Land Berlin faires Wirtschaften mit öffentlichen Geldern fördert.

„Jetzt ist die Politik gefordert. Sie kann das Votum der Berlinerinnen und Berliner nicht länger ignorieren“, sagt Eléonore Bekamenga, Sprecherin des BER. „Globale Gerechtigkeit muss künftig ein Leitmotiv der Berliner Wirtschaftspolitik sein und konkret umgesetzt werden.“

Ein wichtiger Hebel dafür ist das Vergabegesetz des Landes Berlin, das zurzeit überarbeitet wird. „Die Reform des Vergabegesetzes ist die große Chance, Kriterien des fairen Handels und der Umwelt in der Vergabe öffentlicher Aufträge zu stärken“, sagt Julia Otten von Germanwatch.

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>>>Detailauswertung der Umfrage
>>>Gemeinsame Pressemitteilung zur Umfrage von BER und Germanwatch
>>>Multimedia-Reportage zum Fairen Wirtschaften in Berlin

Umfrage zum Globalen Lernen in Berlin (2018)

Berliner*innen wollen mehr globale Gerechtigkeit, mehr globales Lernen an Schulen, und dass entwicklungspolitische Arbeit in Berlin stärker gefördert wird

Insgesamt ist das Thema globale Gerechtigkeit 92% der Berliner*­innen sehr wichtig oder wichtig. 92% der Berliner*innen finden es sehr wichtig oder wichtig, dass in Berliner Schulen mehr über globale Gerechtigkeit informiert wird. Über 80% der Berliner*innen wollen, dass entwicklungspolitische Nicht­regierungsorganisationen stärker vom Land Berlin gefördert werden.

„Ob Klimawandel, Migration oder Handelsbeziehungen – die Folgen der Glo-balisierung sind längst in Berlin angekommen,“ sagt Eléonore Bekamenga, Sprecherin des BER. „Unser Bildungssystem muss dem gerecht werden.“ Der Berliner Rahmenlehrplan enthält Globales Lernen zwar als Querschnittsthema, für Schulprojekte von entwicklungspolitischen Vereinen stehen bisher nur 750.000 Euro jährlich zur Verfügung. „Dies soll in einem ersten Schritt auf 1 Mio. Euro erhöht werden.“

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>>>Multimedia-Reportage zum Globalen Lernen in Berlin

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