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Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER)
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16.11.2016 10:00 - 18:00
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Natur im Dienst von Klimapolitik und Bioökonomie?

Vom 4. bis 17. Dezember 2016 findet in Cancún, Mexiko, die 13. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD COP 13) statt. Zwar steht die CBD in der öffentlichen Wahrnehmung im Schatten der Klimakonvention, doch für die Diskussion um die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt wie damit zusammenhängenden Fragen der Landnutzung ist sie von großer Bedeutung ...

Natur im Dienst von Klimapolitik und Bioökonomie?

Die Biodiversitätskonvention und die Zukunft der Nutzung von Land und biologischer Vielfalt

Vom 4. bis 17. Dezember 2016 findet in Cancún, Mexiko, die 13. Vertragsstaatenkonferenz der UN-Konvention über Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity – CBD COP 13) statt. Zwar steht die CBD in der öffentlichen Wahrnehmung im Schatten der Klimakonvention, doch für die Diskussion um die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt wie damit zusammenhängenden Fragen der Landnutzung ist sie von großer Bedeutung und wird von den großen Naturschutzverbänden intensiv begleitet.

Die CBD ist jedoch viel mehr als eine Umwelt- und Naturschutzkonvention, denn auch entwicklungspolitisch relevante Themen und Prozesse im Kontext von Landnutzung, Klimapolitik, Handelspolitik und Bioökonomie (und in diesem Sinne Wirtschafts- und Forschungspolitik) stehen auf deren Agenda. Die CBD behandelt die damit zusammenhängenden Fragen unter dem spezifischen Gesichtspunkt von Gefahr und Risiken für Biodiversität und bildet damt ein Gegenwicht zu rein ökonomisch oder eindimensional klimapolitisch motivierten Ansätzen.

In der Vergangenheit war die CBD ein Ort wichtiger Debatten und Entscheidungen, in der kritische Stimmen im Hinblick auf die Auswirkungen neuer Technologien auf Biodiversität und Ernährungssouveränität Gewicht erlangt haben. Einige gefährliche Technologien sind durch die CBD mit einem Moratorium belegt worden, dass durchaus Wirkungen zeigt: Dies gilt sowohl für bestimmte Methoden der grünen Gentechnik (GURT-Genetic Use Restriction Technology; bekannt als „Terminatortechnologien“) als auch für das so genannte Geoengineering, das auch BECCS (Bio-energy with carbon capture and storage) umfasst – also die Kombination von CO2-Speicherung und „Bioenergie“.

Diese und eine Vielzahl weiterer strategischer Themen werden auf der Agenda der CBD in Mexiko stehen. Dazu zählen u.a. neue Tendenzen in der Gentechnologie (synthetische Biologie) und in diesem Kontext die mögliche und notwendige Regulierung neuer gentechnischer Züchtungsverfahren, die Anlage von Gendatenbanken oder die Dematerialisierung der genetischen Ressourcen.

Die CBD bietet zudem die Chance, Konsequenzen von Klimapolitik und Dekarbonisierungsstrategien in einem Rahmen zu diskutieren, der über die Frage nach der Reduzierung von CO2-Emissionen hinausgeht und mögliche Interessenkonflikte zwischen Klimastrategien und dem Erhalt der Biodiversität sowie den Rechten von indigenen Völkern und traditionellen Gemeinschaften thematisiert.

Kritische Stimmen und Akteure aus dem globalen Süden wie Norden sehen in der CBD eine reale Chance, zumindest Ansätze einer Regulierung dieser neuen Technologien zu ermöglichen. Die Fachtagung wird sich auf diese Themenkomplexe konzentrieren und den Versuch unternehmen, die damit verbundenen neuen Tendenzen der Nutzung von Land und biologischer Vielfalt zu analysieren, deren entwicklungspolitische Dimension in den Blick zu nehmen und einer größeren entwicklungspolitischen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Tagungsprogramm (DE) Download

 

https://www.fdcl.org/event/natur-im-dienst-von-klimapolitik-und-biooekonomie/

Kontakt:
Jan Dunkhorst
E-Mail: